Berlin - An vier Knotenpunkten in Berlin dürfen Radfahrer bei Rot abbiegen – und das soll auch weiterhin so sein. Die insgesamt fünf Grünpfeile, die Radlern dies dort nach kurzem Stopp erlauben, werden nicht abgeschraubt. Das teilte Berlins Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese (Grüne) auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Henner Schmidt hin mit. Die Verkehrszeichen sind Teil eines Modellversuchs, der im April 2019 begonnen hatte. Nun wird geprüft, ob sie dauerhaft bleiben – und an welchen Stellen weitere Schilder dieser Art montiert werden. Kritik kommt von der Fußgängerlobby. „Grünpfeile weichen die Verkehrsdisziplin auf“, warnt Roland Stimpel, Sprecher des Fachverbands Fußverkehr Deutschland (FUSS).

Autofahrer finden ihn gut, weil er ihnen Wartezeit an Ampeln erspart. Andere rühmen ihn als ein Überbleibsel der DDR, das es zu erhalten gilt, weil er den Verkehr beschleunigt. Doch der Grünpfeil alter Schule, der auch Kraftfahrzeugen das Rechtsabbiegen bei Rot ermöglicht, ist auf dem Rückzug. Gab es in Berlin 1998 noch fast 200 solcher Ampelzusatzschilder, so sind es nach den jüngsten Daten inzwischen nur noch rund 50. Erst im vergangenen Jahr wurden acht Grünpfeile abgeschraubt, unter anderem am Ostbahnhof und gegenüber Schloss Bellevue. FUSS hatte sich dafür eingesetzt. Ob langfristig alle Grünpfeile verschwinden, lässt der Senat allerdings offen.

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