Berlin - Die Ursache des tödlichen Unfalls auf der Invalidenstraße im September ist offenbar geklärt. Wie der rbb aus Ermittlerkreisen erfahren haben will, hatte der Fahrer nachweislich einen epileptischen Anfall. Aus diesem Grund erlitt er einen Krampf im Bein, was dazu führte, dass er das Gaspedal durchdrückte. Dies war kurz nach dem Unfall bereits vermutet worden.

Grund für SUV-Unfall: ein Krampfanfall

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Krampfanfall. Einen technischen Defekt am Auto schloss sie aus. Immer wieder wurde mitgeteilt, dass man keinen Einblick in die Akten habe. Sie unterliegen dem Beschlagnahmeverbot. Sie dürfen also nur herausgegeben werden, wenn der Patient den Arzt von der Schweigepflicht entbindet, hieß es. Das scheint nun geschehen zu sein.

Der Unfall, bei dem vier Menschen getötet wurden, ereignete sich am 6. September dieses Jahres. Ein Porsche SUV raste über den Gehweg und erfasste drei Erwachsene und ein Kind. Darunter eine 64 Jahre alte Frau und ihren drei Jahre alten Enkel. Die Mutter des Kindes sowie dessen Geschwister wurden Zeuge des Unfalls. Außerdem starben zwei Männer, die zufällig an der Kreuzung vorbei liefen. Sie verstarben am Unfallort noch bevor die Retter ihnen helfen konnte.

Die Polizei fand heraus, dass der Porsche mit einer Geschwindigkeit von 104 km/h unterwegs war. Nach dem Bericht des rbb prüft die Staatsanwaltschaft jetzt, ob der Fahrer sein Versagen hätte vorhersehen können und man ihm fahrlässige Tötung zum Vorwurf machen kann. Ermittlern zufolge nahm der Fahrer des SUV regelmäßig Medikamente ein.

Der 42 Jahre alte Fahrer Michael M. saß am Unfalltag nicht allein im Wagen. Darin befanden sich auch eine 67 Jahre alte Frau sowie ein sechs Jahre altes Mädchen. Sie wurden ambulant behandelt.

Der SUV war aus der Spur gekommen. Er prallte gegen mehrere Poller und einen Ampelmast und erfasste die Personengruppe. Dann hob der Wagen und flog in einer von zweieinhalb Metern durch die Luft. Anschließend krachte er in eine angrenzende Baustelle. Knapp 50 Hinweise zum Unfallhergang sind bislang bei der Polizei eingegangen. Mehrere Passanten hatten gesagt, dass der Porsche mit hoher Geschwindigkeit an ihnen vorbei gerast ist. „Der ist gefahren wie der Teufel, sehr aggressiv“, berichtete ein Uber-Fahrer dieser Zeitung. Er hatte auf der einspurigen Straße im Stau an der Ampel gestanden, als der Porsche an ihm vorbei raste. 

Senat plant Tempo-30-Zone in der Invalidenstraße

Der tragische Unfall sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Als Konsequenz darauf soll die Invalidenstraße in diesem Bereich umgebaut werden. Der Senat plant noch in diesem Jahr die Einrichtung einer Tempo-30-Zone. Getan hat sich bisher noch nichts. Noch läuft der Verkehr dort wie vor dem verheerenden Ereignis. Zudem soll ein geschützter Radweg in beide Fahrtrichtungen geschaffen werden. Geplant ist auch, dass die Ampelzeiten an der Unfallstelle für Fußgänger erhöht werden.