Bisher unterrichten von der türkischen Regierung entsandte  und bezahlte Lehrer mehr als 2 000 türkischstämmige Berliner Grundschüler in ihrer Muttersprache und in türkischer Landeskunde.  Ab dem kommenden Schulhalbjahr startet nun das Gegenangebot der Bildungsverwaltung. An 20 Grundschulen in fünf Bezirken bietet das Land Berlin künftig selbst Türkischunterricht an, speziell für Schüler aus türkischsprachigen Familien. Die zweistündige Arbeitsgemeinschaft Türkisch richtet sich an Erst- bis Drittklässler, teilte die Bildungsverwaltung am Donnerstag mit.

Hintergrund ist der Streit um den sogenannten Konsulatsunterricht:   Im vergangenen Jahr gerieten die Lehrpläne für diesen aus Ankara organisierten  Konsulatsunterricht heftig in die Kritik: Die  Inhalte hätten eine nationalistische und religiöse Anmutung, stellte die Bildungsverwaltung fest und forderte eine Überarbeitung. Zudem befürchtete  man, dass der umstrittene nationalkonservative Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Einfluss auf die Auswahl der Konsulatslehrer nimmt, die alle fünf Jahre ausgetauscht werden. Als erster Bezirk  stellte  Mitte der Türkei sogar die Nutzung der Räume in Rechnung. Dagegen demonstrierten Mitglieder der erzkonservativen Türkische Gemeinde zu Berlin vor dem Rathaus. 

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.