Berlin - Manche galten schon als Ladenhüter, andere sind wahre Perlen: Der Liegenschaftsfonds des Landes Berlin will in der kommenden Woche eine Reihe von Berliner Grundstücken zum Verkauf anbieten: Auf der internationalen Fachmesse Expo Real in München mit 1663 Ausstellern aus 33 Ländern, die vom 7. bis 9. Oktober stattfindet. „Allen unseren Grundstücken ist gemein, dass sie viel Entwicklungspotenzial bieten“, sagt die Sprecherin des Fonds, Irina Dähne.

Am Alexanderplatz: Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bietet der Liegenschaftsfonds ein 31 000 Quadratmeter großes Areal an der Otto-Braun-Straße zwischen Karl-Marx-Allee und Mollstraße an. Auf dem Grundstück steht das frühere Haus der Statistik, das 1968 bis 1970 errichtet wurde. Das Haus beherbergte zu DDR-Zeiten die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik. Nach der Wiedervereinigung residierten die Berliner Außenstelle des Bundesamtes für Statistik und die Stasi-Unterlagenbehörde dort. Seit einiger Zeit steht das Gebäude aber leer. Es soll abgerissen werden. Auf dem Areal sind nach dem Bebauungsplanentwurf fünf- bis 15-geschossige Neubauten mit einer Geschossfläche von rund 94 500 Quadratmetern vorgesehen. Möglich ist eine Mischnutzung aus Hotels, Büros, Läden und Wohnungen. Der Wohnanteil soll dabei mindestens 40 Prozent betragen.

Das Hubertusbad: Das ehemalige Stadtbad in Lichtenberg, 1919-1928 im expressionistischen Stil gebaut, gehört zu einem denkmalgeschützten Gebäudeensemble auf einem 4 200 Quadratmeter großen Grundstück. Das Gebäude hat zwei Schwimmhallen und drei Innenhöfe. Gebadet wird in den Becken aber schon lange nicht mehr. 1991 wurde der Betrieb eingestellt. Denkbar ist laut Liegenschaftsfonds, dass die Immobilie zu einem Gesundheitsstandort mit Reha-Zentrum, Fitness- und Wellnessangeboten ausgebaut wird.

In Hessenwinkel: Im Ortsteil Hessenwinkel in Treptow-Köpenick soll ein 51 200 Quadratmeter großes Grundstück an der Fürstenwalder Allee 356 für den Neubau eines Wohnquartiers verkauft werden. Zurzeit steht dort noch eine Kaserne aus DDR-Zeiten. Sie soll aber abgerissen werden. Ein Gebäude ist zwar noch an eine Bäckerei verpachtet, diese ist aber nach Angaben des Liegenschaftsfonds „an einer Standortverlagerung interessiert“. Geplant ist, dass die neuen Wohnhäuser ein- bis zweigeschossig hoch werden, punktuell sind drei Geschosse erlaubt.

Bogensee: 15 Kilometer nördlich von Berlin befindet sich das 168.500 Quadratmeter große Bogensee-Areal zwischen Wandlitz und Lanke. Es besteht aus dem Campus der früheren FDJ-Hochschule am Bogensee und einer Wohnsiedlung. Das ehemalige Landhaus von Joseph Goebbels, Reichspropagandaminister der Nazis, steht ebenfalls dort. Bislang ist das Grundstück mehrmals erfolglos angeboten worden, zuletzt 2008. „Der Markt hat sich gewandelt. Deshalb sind wir uns sicher, dass jetzt die Zeit gekommen ist und dieses Objekt nachgefragt werden wird“, sagt Irina Dähne. Das Gelände könnte künftig als Standort für eine Schule, eine Klinik oder als Unternehmenssitz genutzt werden.

Am Südkreuz: Direkt vor dem Fern- und Regionalbahnhof Südkreuz liegt eine 10.000 Quadratmeter große Freifläche. Hier könnte laut Liegenschaftsfonds ein Hotel gebaut werden.

Fliegerhorst Staaken: Rund 120´.000 Quadratmeter groß ist das Areal in Spandau, auf dem sich einst der Fliegerhorst Staaken befand, der später zeitweise als Krankenhaus genutzt wurde. Bisher fand sich kein Käufer für die denkmalgeschützten Bauten. Ziel ist, hier einen attraktiven Wohnstandort zu entwickeln.

Gierkezeile: Für Baugruppen geeignet ist ein rund 850 Quadratmeter großes Grundstück in der Charlottenburger Gierkezeile neben der Hausnummer 12. Die Lage ist attraktiv: Das Schloss Charlottenburg sowie die Wilmersdorfer Straße sind nicht weit entfernt.