GSW-Studie: Mieter müssen immer mehr zahlen

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Kleine Clubs, Restaurants und Cafés sowie attraktive Altbauwohnungen haben Friedrichshain-Kreuzberg zu einem der beliebtesten Quartiere Berlins gemacht – die Folge sind steigende Mieten. Obwohl die Arbeitslosenquote in Friedrichshain-Kreuzberg nach Neukölln noch die zweithöchste in Berlin ist, sind die angebotenen Wohnungen dort im Schnitt so teuer wie nirgendwo sonst in Berlin. Das geht aus dem am Montag vorgestellten Wohnmarktreport und Wohnkostenatlas der Wohnungsbaugesellschaft GSW und der Immobilienfirma CB Richard Ellis hervor. Für die Studie wurden 107 564 Mietangebote aus dem Jahr 2011 ausgewertet.

Die Wohnungen in Friedrichshain-Kreuzberg wurden laut Untersuchung für durchschnittlich 8,02 Euro je Quadratmeter (kalt) angeboten. Auf Rang zwei folgt Charlottenburg-Wilmersdorf mit durchschnittlichen Angebotsmieten von 8 Euro je Quadratmeter. Berlinweit boten die Vermieter Wohnungen im vergangenen Jahr zu einer Durchschnittsmiete von 6,59 Euro je Quadratmeter an.

Die Innenstadt ist am teuersten

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Im Bezirk Mitte wurden 2011 absolut gesehen die höchsten Mieten verlangt. Zugleich gab es innerhalb des Bezirks die größten Preisunterschiede. In der Historischen Mitte rund um die Straße Unter den Linden und am Potsdamer Platz lagen die Angebotsmieten im oberen Marktsegment zwischen 17 und 18 Euro pro Quadratmeter und erreichten damit die höchsten Werte der Stadt. In den Stadtteilen Moabit und in Wedding konzentrierten sich hingegen die Wohnungen des untersten Preissegments, das für den Regierungsbezirk einen Durchschnitt von 4,84 Euro je Quadratmeter ausweist.

In Pankow und Tempelhof-Schöneberg lagen die Angebotsmieten im vergangenen Jahr über dem Berliner Mittelwert. Neukölln kommt immer näher an den Mittelwert heran. Das teuerste Zehntel der Wohnungen wurde in dem Bezirk bereits zu einem durchschnittlichen Wert von 9,08 Euro je Quadratmeter angeboten. In Lichtenberg, Reinickendorf und Treptow-Köpenick lagen die Angebotsmieten mit rund 6 Euro im vergangenen Jahr unter dem Berliner Durchschnitt. Am Ende der Skala rangieren Marzahn-Hellersdorf und Spandau, wo es noch einen größeren Wohnungsleerstand gibt. Wohnungen in Spandau wurden im Schnitt für 5,52 Euro angeboten, in Marzahn-Hellersdorf sollten sie durchschnittlich 4,79 Euro kosten. Wohnungen der unteren Preisklasse gab es in Marzahn-Hellersdorf sogar schon für durchschnittlich 3,63 Euro pro Quadratmeter monatlich.

In Friedrichshain-Kreuzberg müssen die Bewohner laut der Studie am meisten von ihrem Einkommen für die Miete bezahlen. Die Wohnkostenquote, also der Anteil der Haushaltskaufkraft, den die Mieter für die Warmmiete aufbringen müssen, beträgt hier durchschnittlich 29,3 Prozent. Es folgen die Bezirke Pankow (26,9 Prozent), Charlottenburg-Wilmersdorf (26,2 Prozent) und Mitte (25,6 Prozent). In Marzahn-Hellersdorf (19,2 Prozent), Reinickendorf (21,5 Prozent) und Spandau (22,3 Prozent) geben die Mieter den geringsten Anteil ihres Einkommens für die Miete aus.

Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten wie München, Köln, Frankfurt am Main und Hamburg sind die Warmmieten in Berlin mit durchschnittlich 349 Euro je Einwohner zwar am niedrigsten. Der Betrag, den die Berliner nach Abzug von Miete und Einzelhandelskaufkraft monatlich übrig haben, ist laut der Studie von GSW und CB Richard Ellis mit 714 Euro pro Person aber dennoch geringer als das, was Münchnern (1079 Euro), Kölnern (898 Euro), Frankfurtern (841 Euro) und Hamburgern (801 Euro) verbleibt. Der Grund dafür sind die niedrigeren Einkommen in Berlin.