Berlin - Gute Nachrichten für Kinder und ihre Eltern: Nach dem Stopp einer Teilzeit-Spielstraße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg soll sie mit neuem Konzept erhalten bleiben. „Wir bereiten das so vor, dass es vor Gericht bestehen kann“, kündigte Bezirksstadtrat Torsten Kühne (CDU) am Mittwoch an. Das Verwaltungsgericht hatte das befristete Spielen auf der Gudvanger Straße nach dem Eilantrag einer Anwohnerin gekippt.

Zuvor war die Straße dienstags zwischen 10 und 18 Uhr allein von Kindern genutzt worden. Autos konnten dort weder parken noch durchfahren. Eine Anwohnerin hatte die rechtliche Grundlage infrage gestellt und vor Gericht Erfolg gehabt.

Das zuständige Bezirksamt Pankow hatte sich auf den Paragrafen 29 der Straßenverkehrsordnung gestützt und die temporäre Spielstraße als Veranstaltung angemeldet - ähnlich wie ein Straßenfest oder ein Wochenmarkt. Nach Ansicht des Gerichts handelte es sich aber nicht um eine Veranstaltung, sondern lediglich um einen Spielplatz auf Zeit. Das Bezirksparlament will Kühne zufolge nun nachbessern und im September über das neue Format entscheiden. Auf eine Beschwerde gegen den Gerichtsbeschluss werde verzichtet.

Demnach werden drei Möglichkeiten geprüft: Eine Option sei es, das Spielen als Veranstaltung mit Programm und Veranstalter anzulegen. Alternativ könnte die Straße auch dauerhaft für Kinder gesperrt werden. Eine dritte Möglichkeit sei ein ganz anderer Ort - der dürfte Kühne zufolge aber schwer zu finden sein.

Unabhängig vom gerichtlichen Stopp wäre das befristete Umhertollen ohnehin bis Ende September ausgefallen - wegen der Schulferien. Ob die Kinder im Oktober schon wieder auf dem Teilstück der Gudvanger Straße spielen können, ist noch offen. (dpa)