Es ist eine Art Guerrilla-Gardening: Zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen hat die Polizei einen „verborgenen Schatz“ entdeckt: Sie stieß in einer öffentlichen Grünanlage im Bezirk Köpenick auf eine Cannabis-Plantage. Gleich 700 Stiele der anregenden Pflanze, aus der das in Deutschland verbotene Haschisch und Marihuana gewonnen werden kann, wuchsen dort vor sich hin. Ein Passant habe seine Entdeckung in der Straße Am Generalshof am Freitagmittag gemeldet, teilte die Polizei am Pfingstwochenende mit.

Die zum Teil blühenden Pflanzen befanden sich auf einer Fläche von 28 mal sieben Metern und wogen insgesamt rund sieben Kilogramm. Die Polizei stellte sie sicher und ermittelt nun wegen des illegalen Anbaus von Drogen. Den Anbauer zu finden, sei jedoch sehr schwierig, räumte der Polizeisprecher ein.

Oft werden Besitzer von Nachbarn angezeigt

Erst am 11. Mai waren am U-Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg ebenfalls 700 Cannabis-Pflanzen entdeckt worden. Im Gegensatz zu dem neuen Fund waren die Pflanzen dort allerdings noch zu klein, um den berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (TCH) zu enthalten.

Im Freien und auf öffentlichen Flächen werden die Plantagen laut Polizei zwar selten angepflanzt, privat dafür umso mehr. 79 Hanfplantagen wurden im vergangenen Jahr von der Polizei gefunden. Das sind etwa so viele wie im Vorjahr – aber fast doppelt so viele wie im Jahr 2010.

Vier 2014 entdeckte Plantagen waren sogenannte Profiplantagen mit mehr als 1 000 Cannabispflanzen. Außerdem gab es 24 Großplantagen mit 100 bis 1 000 Pflanzen und 51 Kleinplantagen mit 20 bis 100 Pflanzen.

Für den verbotenen Anbau von Cannabis bieten verschiedene Geschäfte Zubehör wie Samen, Bewässerungs- und Entlüftungsanlagen und Halogenstrahler an. Die Polizei fahndet nach den Plantagen zum Teil mit Infrarotkameras, weil die Halogenlampen extrem warm sind. Oft werden die Besitzer aber auch von Nachbarn angezeigt, weil die Pflanzen trotz abgedichteter Räume stark riechen oder Bewässerungsschläuche undicht werden und dadurch ganze Hausetagen unter Wasser gesetzt werden. (dpa)