Nach der U-Bahn-Wohnung im 80er-Jahre-Stil kommt der U-Bahn-Vorgarten. Offenbar im Bahnhof Yorckstraße haben Unbekannte ein kleines Spießer-Paradies angelegt: Ein putziger Kunsttrasen wird von einem Mini-Lattenzaun umgeben. Ein Gartenzwerg grüßt freundlich die Passanten. Über ihm schaut eine alte Dame hinter der Gardine aus dem Fenster, das mit Blumenkasten samt Deutschland-Fahne verziert ist.

Die Aktion erinnert an das spektakuläre U-Bahn-Zimmer in einem stillgelegten Schacht der U-Bahnlinie 9 in Steglitz. Ob die beiden Installationen den gleichen Urheber haben, ist unklar. Eine gewisse Ähnlichkeit ist zumindest nicht von der Hand zu weisen.

Öffentlich gemacht hat die schräge Aktion die Facebook-Seite BerlinWriters.

Mitarbeiter der BVG haben die Installation schon am Freitag wieder abgeräumt. "Wir fanden das zwar ganz lustig. Trotzdem ist es eine Brandlast", erklärt BVG-Sprecherer Petra Reetz auf Anfrage. Potentiellen U-Bahn-Künstlern rät sie, geplante Aktionen einfach vorher mit der BVG abzusprechen. "Es gab bei uns auch schon offizielle Kunstaktionen". Fragt sich, ob die Guerilla-Aktivisten darauf eingehen. (tku)