Der Überfall auf das Café Classic in Wedding wird immer mysteriöser. Nun wurde bekannt, dass Unbekannte am Sonntag in das von der Polizei versiegelte Lokal eingebrochen sind.

Auf das Café war am vergangenen Mittwoch geschossen worden. Gäste hatten zurückgefeuert. Verletzt wurde dabei niemand. Seitdem war das Café versiegelt. Noch immer galt es als Tatort. Die kriminaltechnischen Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es am Montag.

Am Sonntagmorgen gegen 9.15 Uhr hatte ein Anwohner aus der Groninger Straße, in der sich das Café befindet, bemerkt dass das Siegel der Mordkommission gewaltsam geöffnet worden war. Er informierte die Polizei. Kurz darauf stellte eine Streife fest, das die Räume durchsucht und Ausrüstungsgegenstände gestohlen worden sind. Nähere Informationen wurden bisher nicht bekannt.

Streit um Rockermilieu

Hintergrund der Schießerei am Mittwoch sind Auseinandersetzungen im Rockermilieu. Fünf Mitglieder der Guerilla Nation hatten aus zwei Autos 16 Schüsse auf das Lokal abgegeben. Mittlerweile steht auch fest, dass die Männer, die aus Tschetschenien stammen, Maschinenpistolen nutzten. Drei der mutmaßlichen Schützen erhielten inzwischen Haftbefehle wegen versuchten Totschlags und sitzen in Untersuchungshaft in Moabit. Die Berliner Polizei hat inzwischen offiziell bestätigt, dass es sich um eine Auseinandersetzung verfeindeter Rockerbanden handelte. Polizeipräsident Klaus Kandt sprach am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses von "rockerähnlichen Gruppierungen".

Am vergangenen Samstag durchsuchten Polizisten ein Vereinsheim des Clubs in der Wittstocker Straße. Sie stellten nach eigenen Angaben eines Sprechers Beweismittel sicher. Das Gebäude war seit Mittwoch observiert worden. Dabei fiel auf, dass Männer Autos beluden. Deshalb entschloss sich die Polizei, das Gebäude zu durchsuchen und die Männer zu kontrollieren.

Anzeigen wurden gegen 23 mutmaßliche Rocker erstattet. Zu den Vorwürfen gehören Verstöße gegen das Waffen- sowie gegen das Betäubungsmittelgesetz. Festgenommen wurde niemand.