Streit mit Handwerkern, Nachbarn oder Baufirmen – solche Fälle landen häufig vor Gericht. Dort können sie aber auch auf dem Wege der Mediation (lateinisch: Vermittlung) ohne Prozess geschlichtet werden. In Berlin wurden 2013 nach einer vorläufigen Bilanz mehr als 630 Zivilstreitigkeiten auf diese Weise beendet. Am Landgericht gab es mit 460 die meisten Mediationsverfahren. Ihr Anteil an den Gesamtverfahren hat sich bei etwa fünf Prozent stabilisiert.

Bei der Mediation versuchen speziell geschulte Richter, eine Einigung ohne Urteil herbeizuführen. Die Parteien setzen sich freiwillig zusammen. Konflikte könnten so selbst gelöst werden, das schaffe langfristig Frieden und verhindere lange, kostenträchtige Verfahren, sagte Richterin Anne-Ruth Moltmann-Willisch. Sie ist selbst Güterichterin und leitet die Berliner Koordinierungsstelle für die gerichtliche Mediation. Im Vorjahr gab es 50 Güterichter an den Zivilgerichten. Beim Landgericht waren es 18, am Kammergericht vier, an den Amtsgerichten 28.

Im Schnitt gingen etwa 65 Prozent der Mediationsverfahren erfolgreich zu Ende, sagte die Richterin. Wird keine Einigung erreicht, entscheidet das Gericht. Sogar Streitwerte in Millionenhöhe seien per Mediation zu lösen, so Moltmann-Willisch. So hätten sich nach einem jahrzehntelangen Erbschaftskonflikt Geschwister aus Israel, Kanada und den USA, begleitet von ihren Anwälten, 2013 nach vier Sitzungen von je acht Stunden geeinigt.