Berlin - Für einen 22 Jahre alten Komplizen, der nicht an der Verfolgung beteiligt war, forderte der Staatsanwalt ins einem Plädoyer vor dem Landgericht wegen Körperverletzung eine Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Der 23-jährige Guiseppe M. war im September 2011 auf der Flucht vor der Schlägerei im U-Bahnhof auf den mehrspurigen Kaiserdamm in Charlottenburg gerannt, wurde von einem Auto erfasst und starb. Der Tod von Giuseppe M. löste große öffentliche Anteilnahme aus. Am Kaiserdamm legten Menschen noch Wochen später Blumen nieder.

Die Mutter des Opfers erinnerte als Nebenklägern in bewegenden Worten an ihren Sohn, der sich stets um die Familie gekümmert habe. Er habe nach der Realschule im Restaurant seiner Eltern als Koch gearbeitet, sei zur Berufsschule gegangen und wollte zur Bundeswehr.

Urteil für 15. März erwartet

Laut Staatsanwaltschaft werden dem Hauptangeklagten gefährliche Körperverletzung sowie Körperverletzung mit Todesfolge zur Last belegt. „Es war eine Tat ohne jeden nachvollziehbaren Anlass.“ Die Anklage sieht es als erwiesen an, dass der 21-jährige Angeklagte mit seinem Bekannten Wodka getrunken hat und dann im U-Bahnhof Kaiserdamm Giuseppe M. und dessen Freund aggressiv nach Zigaretten fragte. Die voll schuldfähigen Angeklagten hätten eine Schlägerei mit den Unbekannten angezettelt. Dass Giuseppe M. und sein Freund zurückschlugen, war laut Staatsanwalt als Notwehr gerechtfertigt.

Während sein Komplize verletzt im Bahnhof blieb, sei der 21-Jährige dem Opfer Giuseppe M. und seinem Bekannten gefolgt, die flüchten wollten. Der 21-Jährige habe „den dicken Mann markiert“, sagte der Ankläger. Die Prügelei und Pöbelei hatten die Angeklagten eingeräumt und bedauert. Sie hatten sich auch selbst gestellt. Als strafmildernd wertete der Staatsanwalt auch, dass der 21-Jährige in der U-Haft selbst Opfer eines Gewaltangriffs wurde. Beide Angeklagten sind den Ermittlern bereits wegen Raubdelikten und Körperverletzung bekannt. Die Verteidigung hält ihre Plädoyers am Montag. Am 15. März soll das Urteil gesprochen werden. (dpa)