Berlin - Auf Twitter wünscht Gunnar Lindemann seinen Followern einen besinnlichen dritten Advent und empört sich über das Abschlachten von Flughunden auf Maritius. Für die Menschen in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo zeigt der Berliner AfD-Politiker nicht soviel Herz: In einem inzwischen gelöschten Tweet verhöhnt er die Opfer der Luftangriffe und schreibt: "Aleppo ist befreit. Glückwunsch."

Bei der "Befreiung" der von Gegnern des Assad-Regimes besetzten Teils der Stadt wurden nach Angaben von Ärzten Chlorgas eingesetzt. Ungesichert ist die Zahl von Todesopfern durch Bombardierungen russischer Kampfflugzeuge. Menschenrechtler und Vertreter der Vereinten Nationen warnen vor Racheakten an den verbliebenen oder flüchtenden Kämpfern gegen das Assad-Regime.

"Dann können jetzt alle syrischen Flüchtlinge zurück und beim Wiederaufbau helfen"

Was fällt dem Berliner AfD-Abgeordneten zum Thema ein? "Dann können jetzt alle syrischen Flüchtlinge zurück und beim Wiederaufbau helfen." Die empörten Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Noch am selben Tag ruderte Lindemann zurück und twitterte, seine Äußerungen seien unbedacht, er nehme seine spontane Einschätzung mit Bedauern zurück. 

Auch dieser Tweet ist nicht mehr auf Lindemanns Twitter-Account zu finden. Stattdessen wünscht er von einem AfD-Stand in Mahlsdorf "Frohe Weihnachten" und lässt dort AfD-Schokomännchen verteilen.

Lindemann hatte bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus in Marzahn-Hellersdorf (1) 30,6 Prozent der Stimmen erreicht.