Potsdam - Im Prozess um den Brandanschlag von Nauen (Havelland) hat ein medizinischer Gutachter drei Angeklagte mit Alkohol- und Drogenproblemen als weitgehend schuldfähig eingestuft. Zwei der Neonazis hätten bei der mutmaßlich von ihnen verübten Inbrandsetzung eines Autos und anderen rechtsextremen Straftaten trotz erheblichem Konsum von Amphetaminen beziehungsweise Alkohol über einen längeren Zeitraum kontrolliert gehandelt, sagte der Rechtsmediziner am Dienstag. Daher käme bei ihnen keine verminderte Schuldfähigkeit in Betracht.

Lediglich bei einem dritten Angeklagten, der einen Farbbeutel-Anschlag auf ein Parteibüro der Linken verübt haben soll und dabei einen Blutalkoholwert von 2,5 bis 3 Promille gehabt habe, sei eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit möglich. Darüber müsse das Gericht aber juristisch entscheiden.

In dem Prozess um den Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim im August 2015 müssen sich sechs Neonazis verantworten. Bei drei Angeklagten hatte das Gericht wegen erheblicher Alkohol- und Drogenproblemen den Gutachter eingeschaltet. (dpa/bb)