BerlinRoxana Kees hält ein Foto in den Händen. Es zeigt sie, ihre ältere Schwester und ihre Mutter Heidrun. Diese fröhliche Aufnahme entstand im letzten Sommer, am 8. Juli in Bad Saarow. Fünf Monate danach starb Heidrun Koszielski. Woran genau, ist noch unklar und muss derzeit durch einen Gerichtsmediziner ermittelt werden. Ihre Tochter ist der Meinung, ihr Tod hätte verhindert werden können. Es ist schwierig, eine Schuldfrage zu stellen, aber es ist wichtig, über das Schicksal von Heidrun Koszielski aus Pankow zu berichten, da es sich gerade in diesen Zeiten täglich wiederholen könnte. Ein Fall, der ethische Fragen aufwirft.

Es war der 22. November, als die 76-Jährige positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Heidrun Koszielski lebte erst seit vier Wochen in der Seniorenstiftung Prenzlauer Berg in der Gürtelstraße. Bevor sie dort einzog, wohnte sie mit ihrem Ehemann zusammen in einer Dreiraumwohnung in Pankow. Schweren Herzens, wie Roxana Kees betont, habe die Familie die Entscheidung getroffen, die demente Mutter in eine Pflegeeinrichtung zu geben. „Zu Hause allein ging es nicht mehr. Sie hatte eine starke Inkontinenz und wollte sich von uns nicht helfen lassen“, sagt Roxana Kees. Die Seniorenstiftung betreibt zwei Wohnbereiche mit Demenzpatienten. Sie seien froh gewesen, dort einen freien Platz für ihre Mutter zu bekommen.

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