Ermittler der Spurensicherung an der ausgehobenen Grube auf dem Spielplatz.
Foto: Klaus Oberst

BerlinIm Fall der in der Bergstraße in Mitte gefundenen toten Frau haben die Ermittler der Mordkommission jetzt einen schlimmen Verdacht. In rund 150 Meter Entfernung zum Fundort der offenbar gewaltsam ums Leben gekommenen Frau fanden die Kriminalisten ein in einem Sandkasten ausgehobenes Grab. Darin sollte nach derzeitigem Ermittlungsstand der Leichnam in der Nacht zu Dienstag vergraben werden. Die mutmaßlichen Täter (35 und 42) erhielten mittlerweile Haftbefehl. 

Am späten Vormittag untersuchten Experten der Spurensicherung in weißen Anzügen die fragliche Stelle auf dem Spielplatz im Heinrich-Zille-Park, der gegenüber einer Schule liegt. Eine offizielle Stellungnahme der Polizei gab es dazu zunächst nicht.

Obduktion der Leiche bestätigt Gewalteinwirkung

Offenbar wurden die Täter bei ihrem Vorhaben aber von einem Zeugen gesehen. Dieser hatte am Montagabend gegen 21 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem er zwei Männer gesehen hatte, die sich auffällig benommen und an "einem Gegenstand herumgezerrt und hantiert" hatten, wie ein Sprecherin am Montag sagte.

Bei besagtem Gegenstand handelte es sich demnach um einen Schlafsack, in dem die Polizisten dann die Leiche der Frau entdeckten. Sie soll nach Angaben aus Polizeikreisen sichtbare Spuren von Gewaltanwendung aufgezeigt haben, weshalb die Polizei eine Mordkommission einschaltete. Eine Obduktion bestätigte unterdessen, dass die Frau durch Gewalteinwirkung zu Tode kam.

Frau stammt offenbar aus Obdachlosenmilieu

Bereits kurz nach dem Leichenfund wurden in Tatortnähe zwei Männer festgenommen und anschließend mit einem Gefangenentransporter zur Vernehmung gebracht. Einem von ihnen wurden Papiertüten über die Hände gezogen, damit sollen mögliche Spuren für die weiteren Ermittlungen geschützt werden.

Bei der Getöteten handelt es sich um ein 53-jährige, aus Polen stammende Frau. Nach Angaben von Anwohnern soll in einer leerstehenden Lagergarage unweit des Leichenfundorts in den letzten Tagen eine Frau aus dem Obdachlosenmilieu gehaust haben.