Berlin - Nach einer Blockade der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen hat die Polizei mit rund 60 Einsatzkräften damit begonnen, die Braunkohlegegner wegzutragen. Zuvor wurden am Freitagmittag die Personalien der Aktivisten aufgenommen, die gegen die umstrittene Räumung des Hambacher Forstes in NRW protestiert hatten. Gegen 13 Uhr war die Blockade aufgelöst.

Die Landesvertretung hatte einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt, "weil eine kleinere Gruppe von Aktivisten das Haus besetzt haben will", sagte ein Polizeisprecher. Etwa 20 Protestierende suchten gegen 9.30 Uhr nach eigenen Angaben ein Gespräch mit einem Abgeordneten, die Polizei sprach von einer kleineren Gruppe. Der Portier des Hauses hatte daraufhin die Polizei alarmiert. Die Demonstranten hatten das Foyer und den Eingangsbereich der Landesvertretung besetzt.

RWE will Hambacher Forst für Kohleabbau roden

Hintergrund der Aktion ist ein Protest gegen den Energiekonzern RWE und die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen. "Wir fordern den sofortigen Stopp der Zerstörung des Hambacher Forsts", sagte eine Sprecherin. Offenbar solidarisieren sich gerade linke Gruppen aus Berlin mit den Naturschützern aus Nordrhein-Westfalen. Dort herrscht seit Monaten ein erbitterter Kampf zwischen Naturschützern und dem Energiekonzern RWE, der den Hambacher Forst für den Kohleabbau roden will.

Die Aktivisten hatten über den Kurznachrichtendienst Twitter damit gedroht, auch die Parteibüros der FDP und CDU sowie die RWE-Zentrale in der Friedrichstraße zu besetzen. Dort sei es nach derzeitigem Stand aber bisher ruhig, hieß es von der Polizei. (mit dpa)