In zahlreichen Berliner Supermärkten sind die Regale leer.
Foto: camcop media / Andreas Klug

Berlin Die Hamsterkäufe gehen weiter: Im Rewe-Markt in der Ostseestraße in Pankow beispielsweise waren am Montag bereits um 9 Uhr erste Produkte vergriffen – Speiseöl, Nudeln, Toilettenpapier. Viele Kunden wollen für den Fall einer Hausquarantäne gerüstet sein. Doch Politiker warnen, dass nur genug Ware für alle da sei, wenn mit Bedacht eingekauft werde. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gibt Hinweise, welche Vorräte sinnvoll sind – und welche nicht. 

Lebensmittel für zehn Tage

Der „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ macht Angaben dazu, wie Bürger ihre Grundversorgung absichern können. Die Checkliste führt auf, welche Lebensmittel benötigt werden, damit ein Erwachsener zehn Tage ohne Einkauf auskommt. 

Der empfohlene Vorrat umfasst 20 Liter Wasser, insgesamt 3,5 Kilogramm Brot, Getreideprodukte, Kartoffeln, Nudeln und Reis sowie vier Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte. Bei anderen Produkten reichen geringere Mengen aus. Insgesamt 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch und Eier seien sinnvoll, dazu 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte sowie 2,5 Kilo Obst und Nüsse. 

Die Verbraucherzentrale Berlin rät, beim Einkauf unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum zu achten. Auch der Abwechslungsreichtum und der Nährstoffgehalt der gekauften Produkte spiele eine Rolle. Tiefkühlgemüse habe beispielsweise einen höheren Vitamingehalt als Dosenware. 

Hamstern ist nicht notwendig 

Helge Braun (CDU)

Der richtige Umgang mit Lebensmitteln und die aktuellen Hamsterkäufe beschäftigten am Montag auch die Politik. „Das Hamstern ist nicht notwendig“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Die Warenzuflüsse seien nicht gefährdet. Auch würden die Supermärkte  weiterhin geöffnet bleiben, so Braun. 

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte bereits am Wochenende erklärt, dass es für Hamsterkäufe „keinen Anlass“ gebe. Die Ministerin rief alle Bürger dazu auf, ihre Vorräte „mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufzustocken“. In der aktuellen Situation sei die Solidarität der Verbraucher untereinander gefragt. Es komme auf „Maß und Mitte“ an, so Klöckner. Wenn jeder nur kaufe, was er brauche, sei auch genügend  für alle da. 

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage suchen die Supermarkt-Ketten bereits händeringend nach neuen Mitarbeitern. „Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben“, sagte Rewe-Chef Lionel Souque am Montag. Auch Edeka und Netto forderten Interessenten auf, sich direkt in der nächsten Filiale zu melden. Die Händler hoffen nicht zuletzt auf Studenten, die wegen der Schließung der Universitäten vorerst weniger zu tun haben. (mit dpa)