Mehrere tausend Menschen sind am Samstag durch Berlin gezogen, um für die Legalisierung von Cannabis zu demonstrieren. 20 Jahre nach der ersten sogenannten Hanfparade war der Zulauf zunächst vergleichsweise gering. Nach Angaben der Polizei nahmen in den ersten Stunden etwa 2000 Menschen an der Parade teil - im Vorjahr waren es insgesamt 4000 gewesen.

Unter dem Motto "Breiter kommen wir weiter" demonstrierte die Parade für einen leichteren Zugang zu Cannabis als Medizin. Seit einer Gesetzesänderung in diesem Jahr können Menschen bei schwerwiegenden Erkrankungen, bei chronischen Schmerzen und als Palliativ-Behandlung im Einzelfall und unter bestimmten Bedingungen Cannabis auf Rezept bekommen. Laut den Veranstaltern der Demonstration beklagen Patienten aber erschwerte Bedingungen beim Bezug von Cannabis. 

Erstmals legales Kiffen auf der Parade möglich

Dank der Reform liefen in diesem Jahr möglicherweise erstmals Menschen bei der Parade mit, die Cannabis legal konsumieren. Das erschwerte den Einsatz der Polizei, denn wie in jedem Jahr wurde bei der Parade auch in diesem Jahr viel gekifft.

Die Polizei wollte erst nach dem Abschluss des Einsatzes eine Bilanz ziehen, Berichte über ein hartes Durchgreifen der Staatsgewalt gab es zunächst nicht. Auf Transparenten standen Sprüche wie "Rettet die Wälder - Cannabis auf die Felder" oder "Hanf statt Hass". 

Sechs Wochen vor der Bundestagswahl beteiligten sich auch mehrere Parteien an dem Zug. Die Jugendorganisation der FDP, die Jungen Liberalen, nahmen unter dem Motto "Freiheit für Marie und Jana" mit eigenem Wagen an der Demo teil. Ihr Pendant von den Grünen, die Grüne Jugend, hielt mit Aufklebern mit dem Spruch "THC statt FDP" dagegen und verteilte Hanfsamen. Auch die Bundestagsfraktion der Partei Die Linke war mit eigenem Wagen und Transparenten dabei.

Die Demonstranten hatten sich am Vormittag am Hauptbahnhof versammelt und waren am Nachmittag durchs Regierungsviertel gezogen. Am Abend sollte es vor dem Roten Rathaus eine Abschlusskundgebung geben. (dpa)