Hansastraße in Weißensee: Weißenseer Krankenhaus verfällt weiter

Offenbar machtlos schaut das Land Berlin zu, wie eines seiner denkmalgeschützten Bauwerke verfällt. Und der Senat kann nicht mal die Besitzer dafür haftbar machen.

Seit 1997 steht das frühere Säuglings- und Kinderkrankenhaus an der Hansastraße in Weißensee leer. 2005 kauften russische Investoren das 28.000 Quadratmeter große Gelände vom Land Berlin. Sie waren die Höchstbietenden und ließen das Gelände weiter verfallen. Daran wird sich wohl auch in nächster Zeit nichts ändern.

Denn die Investoren lassen sich nicht drängen und der Liegenschaftsfonds kann nichts dagegen tun. Der „längere Zeitbedarf“ sei durch „käuferseitige Aspekte bedingt“. So formuliert es Margaretha Sudhof, Staatssekretärin in der Senatsfinanzverwaltung, in der Beantwortung einer Kleinen Anfrage des bau- und wohnungspolitischen Sprechers der Grünen-Fraktion, Andreas Otto.

Im Mai 2013 sei der Liegenschaftsfonds vom Kaufvertrag zurückgetreten, die Käufer hätten der Rücktrittserklärung widersprochen, so Sudhof. Zurzeit bemühe sich der Liegenschaftsfonds um eine „gütliche und einvernehmliche Lösung mit der Käuferin“. Bis zur Rückübertragung kann der Liegenschaftsfonds nichts weiter tun. Der Grünen-Abgeordnete Otto kritisiert: „Was schließt der Senat für Verträge, wenn auch bei absoluter Vertragsverletzung des Erwerbers keinerlei Lösung möglich ist?“

Der 1911 eröffnete Gebäudekomplex war das erste kommunale Säuglings- und Kinderkrankenhaus Preußens. Heute ist das Gelände nicht mal gesichert, jeder kann die Ruinen betreten, alles ist zerstört, Fenster und Türen sind rausgerissen und beschmiert. Im vergangenen Jahr hat es auf dem Gelände 17 Mal gebrannt, weil Unbekannte gezündelt haben. Der Bezirk Pankow möchte, dass auf dem Gelände Wohnungen entstehen, Gewerbe, Kultur und eine Schule. Es gibt einige Interessenten.