Berlin - Herr Glööckler, Mode, Schmuck, Häuser und jetzt auch noch Tapeten. Ist Ihnen irgendwie langweilig?

(Lacht) Über Langeweile kann ich mich nicht beklagen. Ich erzähle halt nicht wie viele andere, was ich so plane – Harald Glööckler macht einfach. Und das, was ich tue, ist eben international angedacht. Ich habe ja noch einige Projekte vor mir, Documentarys, Shows und so weiter.

Wie sind Sie denn da auf Tapeten gekommen? Die Wandbekleidung gilt in Berlin ja eher als spießig.

Stimmt, die letzten Jahre waren Tapeten ja überhaupt nicht en vogue. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass man nicht nur in Charlottenburg, sondern auch in Marzahn-Hellersdorf die Tapete wiederentdeckt. Meine Tapeten sind natürlich eher Kunstwerke, fast wie Kupferstiche.

Aha. Man darf sagen, dass Sie mittlerweile ein millionenschweres Ein-Mann-Unternehmen sind. Haben Sie manchmal Angst vor dem Misserfolg?

Nein, dazu bin ich viel zu breit aufgestellt, als dass ich Ängste haben müsste vor einem Misserfolg. Ich habe ja wie Pierre Cardin eine Menge Lizenzen vergeben. Ich habe gerade auch einen Vertrag in Hollywood unterschrieben für eine Dokumentation. Drüben sagt man: Wir haben keinen Liberace mehr, keinen Versace, keine Liz Taylor, aber wir haben Harald Glööckler.

Gibt es auch etwas, das Sie niemals machen werden?

Ich würde niemals Pelzmäntel machen oder Metzgerbekleidung. Und was ich auch nicht unbedingt machen muss – verstehen Sie mich nicht falsch, der Tod ist unser bester Freund, schließlich begleitet er uns unser ganzes Leben lang, aber Särge muss ich nicht machen.

Was wird uns als Nächstes aus dem Hause Glööckler erwarten?

Das Haus für jedermann. Dann natürlich die Möbel zum Haus. Und ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber das Thema Lebensmittel steht auch zur Debatte.

Das Gespräch führte Marcus Weingärtner.

Tapeten von Harald Glööckler/Marburg Wallcoverings im Fachhandel zwischen 50 und 70 Euro pro Rolle.