Noch sind die Lichter bei der strauchelnden Berliner Fitness-Kette Hard Candy nicht endgültig erloschen – aber vorübergehend. Kundinnen der mit dem Konterfei der Popikone Madonna werbenden Studios standen am Mittwoch im Dunkeln.

Nur die letzte in einer langen Reihe von Negativschlagzeilen, die Hard Candy in den vergangenen Monaten verzeichnete. Das Fitnessstudio steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Kurstrainer warten seit Monaten auf ausstehende Honorare. Bei der Panne am Mittwoch stellt sich daher die Frage. Stromausfall oder Stromabschaltung? Das ist noch unklar. Allerdings fiel die Stromversorgung in mehreren Studios aus, die über ganz Berlin verteilt sind.

Laut B.Z. waren die Filialen Mall of Berlin, Friedrichstraße, Schönhauser Allee, Europa-Center und Kurfürstendamm ohne Strom. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens beschwerten sich einige Kunden. „Gestern ohne Strom, Heute vorübergehend geschlossen ... Daumen hoch für Hard Candy“ postete ein User.

Ein anderer schrieb sarkastisch: „Die letzte Rechnung, die ein Unternehmen vor der Insolvenz nicht bezahlt, ist meistens die Stromrechnung.“ Am Donnerstagnachmittag waren die Türen der Filiale Friedrichstraße verschlossen – der von außen einsehbare Trainingsraum war leer.

Zur Unzufriedenheit der Kunden kommen Auseinandersetzungen mit den Beschäftigten. Weil seine Honorare nicht ausgezahlt worden sein sollen, hat ein bei Hard Candy freiberuflich tätiger Trainer die Fitnesskette nun wegen Leistungsbetrugs angezeigt. „Seit Januar diesen Jahres habe ich keine Honorare mehr erhalten“, sagte der Trainer der Berliner Zeitung. Die ausstehende Summe betrage mehr als 1600 Euro. Ende Mai stellte er die Arbeit ein. Die Fitnesskette habe ihn hingehalten. Man habe ihm die Überweisung auf Nachfrage mehrfach angekündigt – die Zahlungen sind dem Trainer zufolge allerdings nicht erfolgt.

Firma äußert sich zu Finanzproblemen nur vage

Hard Candy war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Zu den Ursachen der Finanzprobleme äußerte sich die Firma Ende Mai gegenüber der Berliner Zeitung vage. In den vergangenen Jahren habe man hochwertige Fitnessclubs in Toplagen eröffnet. Die Mietkosten an Standorten wie der Friedrichstraße dürften recht kostspielig gewesen sein.

Auch sei es im vergangenen Jahr zu unvorhersehbaren Vorfällen wie der Bauverzögerung in der Mall of Berlin gekommen. Dadurch seien Einnahmen und Baukostenzuschüsse ausgeblieben oder verzögert worden. Gleichzeitig seien ungeplante Ausgaben hinzugekommen, heißt es in der Erklärung. Es scheint schlecht zu stehen um die Zukunft von Hard Candy.