Viele seltsame Taschen sind mir schon begegnet: Aktentaschen, Kartentaschen, Fahrrad-Satteltaschen, Beuteltaschen, Handgelenktaschen. Doch die allererste, die ich kennenlernte, war wohl meine Stullentasche – die Berliner Variante der Brottasche. Sie baumelte mir um den Hals, wenn ich mit vier Jahren an der Hand meiner Mutter zum Kindergarten ging. Alle Stullentaschen sahen in etwa gleich aus. Sie waren aus Leder und hatten einen Drehverschluss, den man durch einen Schlitz im Deckel schieben musste. In der Tasche lagen Stullen mit Salami („harter Wurst“) oder Teewurst, ein paar Apfelstückchen, was Süßes.

Heutzutage bekommt das Kind eine Brotbüchse in den Rucksack gestopft. Sorry, die Dinger heißen natürlich Lunchbox, Yumbox und Twin-Box. In sie passt allerhand hinein. Es gibt wahre Wettbewerbe unter Müttern darum, wer die tollsten Pausenbrot-Kreationen fabriziert. Ich bin dankbar dafür, dass ich als Kind von so etwas verschont wurde.

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