Ein überforderter Polizist, ein frecher Polizeischüler und die Tücken moderner Nachrichtendienste wie WhatsApp haben für Aufregung bei der Berliner Polizeiakademie gesorgt. Nach einer Unterrichtsstunde vor angeblich frechen Polizeianwärtern (16 bis 17 Jahre) schickte ein Gastdozent eine Audio-Nachricht an einen Kollegen.

In dieser beschwerte er sich über Hass und Gewalt unter den Polizeischülern, die vorwiegend Migrationshintergrund hätten. Das Fazit des Mannes: „Das sind keine Kollegen, das ist der Feind. Das ist der Feind in unseren Reihen.“ Die Nachricht wurde dutzendfach und unkontrolliert weitergeleitet, landete schließlich bei Polizeipräsident Klaus Kandt.

Die Kritik an diesem Verhalten sei „grundsätzlich in Ordnung“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Er habe sich in einer „überfordernden Situation“ befunden. Ton und Form der Kritik seien aber nicht angemessen gewesen. Die Behördenleitung habe ein Gespräch mit dem Mann geführt, es sei „sachlich verlaufen“. Seinen Angaben werde nun nachgegangen.