Berlin - „Ich weiß, einige Airlines wollen, dass der neue Flughafen Ende Oktober fertig wird. Aber da glaube ich nicht dran. Vor 2013 wird das nichts mehr. Auf der Baustelle ist noch so viel zu tun. Vielleicht klappt es ja zum 1. Januar 2013, das wäre realistisch. An dem ganzen Durcheinander hat sich nichts verbessert, da ist nichts anders geworden. Es ist die blanke Katastrophe, immer noch.

Wenn ich zum Beispiel sehe, wie Kollegen anderer Firmen arbeiten müssen. Einer arbeitet in einer oberen Etage und braucht dafür Wasser. Eine Wasserversorgung gibt es da oben aber noch nicht, und deshalb muss er jedes Mal mit seinem Kanister runter vor das Terminal. Das kostet natürlich Zeit. Viele haben auch einen weiten Weg zu den Dixi-Klos, denn die Toiletten in den Gebäuden funktionieren meist noch nicht. Da stellen sich manche einfach irgendwo in eine Ecke.

Außerdem ist es immer noch so, dass Dinge, die gerade gebaut worden sind, wieder eingerissen werden müssen, weil ein Bauleiter entdeckt hat, dass etwas vergessen worden ist. Ich habe auch schon gesehen, dass Rigips-Wände hochgezogen werden, wenn jemand vom Auftraggeber kommt und der etwas nicht sehen soll. Zum Beispiel, dass noch irgendetwas fehlt. Die Wände kommen dann später wieder weg.

„Wir können nicht mehr“

Es stimmt, dass inzwischen viele Leute auf der Baustelle arbeiten. Doch das ist nicht nur gut, denn an manchen Stellen kommen sich die Gewerke in die Quere. Da ist der eine noch nicht fertig mit den Wänden, trotzdem soll der Maler oder der Elektriker schon anfangen.

Jetzt sollen die Leute möglichst auch die Wochenenden durcharbeiten, damit der Flughafen endlich fertig wird. Himmelfahrt sollen sie auch ’ran. In manchen Firmen haben die Angestellten gesagt, wir mussten schon viele Überstunden schrubben, wir können nicht mehr. Da heißt es dann, wir können Euch auch kündigen. Es gibt aber auch Chefs, die Nein sagen, ihre Mitarbeiter brauchen auch mal Freizeit.

Einige bekamen schon mal den Tipp, Leute aus Polen oder Kroatien zu holen. Ich habe sowieso den Eindruck, dass am Wochenende zum Teil andere Leute auf der Baustelle arbeiten als in der Woche. Der Zoll macht seine Schwarzarbeitskontrollen nur montags bis freitags.“