In einem streng vertraulichen Vermerk habe der damalige Regierende Bürgermeister, Eberhard Diepgen (CDU), bereits einem Fahrplan für den Bau bis 2015 zugestimmt. Der damalige Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe (SPD), der für Sperenberg geworben hatte, sagte dazu dem Tagesspiegel: „Das ist korrekt. Geplatzt ist es letztlich mit der gescheiterten Länderfusion.“

Nachdem 1996 die Brandenburger in einem Volksentscheid gegen die Fusion mit Berlin gestimmt hatten, fiel die Entscheidung für Schönefeld als Standort.

Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte zu dem Vermerk: „Das sind alles historisch interessante Dokumente, die keinerlei Einfluss auf die gegenwärtige Situation haben.“ Wann der neue Flughafen in Schönefeld eröffnen wird, ist nach mehrmaligen Terminverschiebungen noch immer unklar. Zudem gibt es anhaltenden Streit um die Nachtruhe für die Anwohner.

Bund sieht keine Chance für Tegel

Das Bundesverkehrsministerium sieht keine Chance für eine Verlängerung des Betriebs auf dem Berliner Airport Tegel nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens. Experten des Ministeriums widersprachen einem vor knapp zwei Wochen vorgestellten Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags, das Wege sah, um Tegel zumindest vorübergehend länger offenzuhalten. Das Gutachten führe zu „falschen Schlüssen“ heißt es.

Und: In der Planung für den neuen Flughafen „wird ausdrücklich die Schließung Tegels als tragende Begründung“ bezeichnet. Fiele die Geschäftsgrundlage der Planung weg, dann würde dies in jedem Fall die Rechtswidrigkeit des bestehenden Planfeststellungsbeschlusses mit sich bringen.

Ramsauer hatte zuvor bereits gesagt, er sehe wenig Chancen für einen Weiterbetrieb von Tegel. Ähnlich hatten sich die Mitgesellschafter des Flughafens, Berlin und Brandenburg, geäußert. Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte dagegen den Weiterbetrieb von Tegel angeregt. (dpa)