Am 1. Juli sollen im Flughafen Berlin Brandenburg (BER) die ersten Fluggäste abgefertigt werden. Dann soll der geplante Testbetrieb beginnen, sagte Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn nach einem Treffen mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf der BER-Baustelle. Er gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat das Vorhaben unterstütze. Woidke entgegnete, dass dem Plan nichts entgegenstünde, sofern die Kosten des Testbetriebs im Rahmen blieben.

Nach Mehdorns Plänen soll der Nordpier des Terminals so umgestaltet werden, dass Fluggäste dort Bordkarten erhalten, ihr Gepäck abgeben und auf ihr Flugzeug warten können. Als voraussichtlich erste Airline am BER ist weiterhin Germania im Gespräch. Sie wird während der Sommerflugplanperiode von Schönefeld nach Antalya (Türkei), Beirut im Libanon und Skopje in Mazedonien fliegen. Mehdorn plant höchstens zehn Flüge pro Tag . Auch gelte der Nordpier vorerst noch als Außenposten des Flughafens Schönefeld. Darum werde auf den Kofferanhängern SXF stehen. Die Flugzeuge sollen aber schon von der BER-Südbahn starten, weil ab Juli die Nordbahn saniert werden soll.

Es gehe darum, Betriebsabläufe zu üben, damit Fehler bis zur Eröffnung des BER beseitigt werden können, so Mehdorn. Der Testbetrieb erlaube es, 71 der 107 Objekte am neuen Flughafen zu erproben sowie 350 der 450 Tätigkeiten, die vom BER-Personal ausgeführt werden müssen, zu trainieren. Nach bisherigen Schätzungen kostet die Umgestaltung fünf bis sechs Millionen Euro. Zusätzlich fielen monatliche Kosten von rund 500.000 Euro an.

Mit der Ankündigung Mehdorns gibt es nun einen neuen Terminvorschlag. Ursprünglich sollte der Testbetrieb viel früher beginnen, zuletzt wurden als Termine Januar, dann April 2014 genannt. Die Antragsunterlagen für den Kreis Dahme-Spreewald sind jedoch erst seit Kurzem vollständig. Die Verwaltung will im März oder April darüber entscheiden. Der Flughafen-Aufsichtsrat könnte sich Ende März mit dem Thema befassen. (pn., mit dpa)