Mehr als zehn Jahre lang war er Mitglied im Flughafen-Aufsichtsrat, zum Schluss sogar rund acht Monate dessen Vorsitzender. Doch inzwischen hat Matthias Platzeck mit dem Thema BER abgeschlossen. Das sagte der frühere Brandenburger Ministerpräsident und SPD-Politiker am Freitag im Untersuchungsausschuss BER.

2013 erlitt Platzeck einen Schlaganfall. „In der zweiten Reha ist mir empfohlen worden, mich von Dingen, die mich belasten, aktiv zu lösen. Dazu gehörte der Flughafen“, teilte er mit. Das sollte erklären, warum er die meisten Fragen zum Pannenprojekt BER nicht beantworten konnte oder wollte.

Nach fast 60 Sitzungen hat sich der Untersuchungsausschuss BER daran gewöhnt, dass die geladenen Zeugen alles daran setzen, sich von jedweder Mitschuld am Flughafen-Desaster rein zu waschen. Fast immer lauten die Erklärungen der Politiker, Beamten, Planer, Controller und Ingenieure in etwa so: „Ich war zwar zuständig, aber mich hat ja keiner richtig informiert.“ Matthias Platzeck hat diese Standard-Argumentation jetzt um eine Variante bereichert: „Ich war zwar zuständig, aber mich hat ja keiner richtig informiert – und überhaupt, das Ganze geht mich nichts mehr an.“

Schon bevor der 62-Jährige um fünf vor zwölf die Treppe im Abgeordnetenhaus hinaufkam, hatte er den jungenhaften Macher-Charme, den er sonst kultiviert, ausgeknipst. Im Raum 113, wo er Rede und Antwort stehen sollte, verstand er es dann, einen unsichtbaren Wall aufzubauen, an dem alle Fragen der Abgeordneten abprallten. Fast immer gab er solche Antworten: „Das würde ich nicht ausschließen“, „da müsste ich mich erst mal ’reinlesen“, „das habe ich nicht präsent“.

Hart nachgefragt

Nur hin und wieder zeigte er sich gesprächiger. Zwar sei im Aufsichtsrat „sehr klar und teilweise auch sehr hart“ nachgefragt worden, sagte er. Trotzdem hätte er gegenüber der Geschäftsführung misstrauischer sein müssen, Vertrauen wurde missbraucht. Warum habe er als Aufsichtsratschef das später beschlossene externe Controlling 2013 dann wieder abgesagt, fragte Andreas Otto (Grüne). Hartmut Mehdorn, damals gerade Flughafen-Chef, hätte Kontrolle als Misstrauen empfunden, entgegnete Platzeck.

Mit dem Verweis auf seine gesundheitlichen Probleme im Jahr 2013 bekräftigte er seinen Unwillen, auch nur etwas zur Aufklärung beizutragen. Damit hatte Platzeck Erfolg: Nach etwas mehr als zwei Stunden war der öffentliche Teil der Sitzung zu Ende. Keine Fragen mehr.