Berlin - Die Zahl der toten Heimbewohner in einem Seniorenheim in Schorfheide steigt weiter. Wie die Berliner Zeitung vergangene Woche berichtet hatte, waren bereits zwölf Bewohner an dem aktuellen Corona-Ausbruch im Haus am Werbellinsee gestorben. Nun hat das Landratsamt Kreis Barnim mitgeteilt, dass vier weitere Bewohner an Covid-19 verstorben seien.

Die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner mit positivem PCR-Befund liege damit aktuell bei 23, so das Amt. Beim Personal befinden sich noch zwölf Personen aufgrund eines positiven PCR-Befundes in häuslicher Quarantäne.

Der Fall aus Brandenburg hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil trotz Impfung und binnen kurzer Zeit kurz vor der geplanten Booster-Impfung der im Oktober entdeckte Corona-Ausbruch in dem Heim zu einer massiven Zahl verstorbener Heimbewohner geführt hatte. Der Einrichtungsleiter sei noch kurz nach seinem eigenen positiven Test in das Heim gegangen, hieß es. Zudem seien nur 50 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Seither wird in Deutschland verstärkt über eine Impfpflicht für Pflegekräfte diskutiert.

Das Haus am Werbellinsee gehört zur Kette Alloheim, die bundesweit 230 Pflegeheime betreibt. Sie hatte der Berliner Zeitung mitgeteilt, dass derzeit Mitarbeiter aus anderen Alloheim-Heimen in Schorfheide aushelfen würden.

Inzwischen hat der Tagesspiegel berichtet, Alloheim sei in Milliardenhöhe verschuldet. Ein Recherchenetzwerk hatte bereits im Juli darüber berichtet, wie Alloheim und weitere Betreiber von Altenheimen, die Pflegeheime in ganz Europa aufkaufen, mit von der Politik geduldeten Geschäften auf Kosten der Bewohner und Pflegenden Kasse machen würden. Das Hauptproblem seien die Privatisierung und fehlende Kontrollen, auch bei den Finanzen. In anderen europäischen Ländern sei die aus dieser Sicht bedenkliche Privatisierung der Heime teils sogar noch deutlich weiter fortgeschritten als in Deutschland.