Haus der Gesundheit: Das Ärztehaus soll an den Meistbietenden verkauft werden

Gegen den geplanten Verkauf des Hauses der Gesundheit an der Karl-Marx-Allee in Mitte haben am Mittwoch die Linkspartei sowie Ärzte und Anwohner demonstriert. „Wir sind entsetzt, dass nach drei Jahren mit solch einer Ignoranz der AOK das Haus zum Höchstpreis verkauft wird“, sagt Klaus Lederer, Landeschef der Linken. „Wir erwarten vom Senat ein deutliches Bekenntnis, er muss den Verkauf stoppen.“

Eines der ältesten Ärztehäuser Berlins

Das 1913 errichtete Gebäude zählt zu den ältesten Ärztehäusern in Berlin, seit 1923 werden dort Patienten behandelt. Die AOK Nordost will es jetzt zum Höchstpreis verkaufen. In dem Bieterverfahren sind nur noch zwei private Interessenten im Rennen, die bis zu 20 Millionen Euro geboten haben sollen. Wie Lederer sagt, könne sich bei derartigen Summen kein Arzt mehr die hohen Mieten leisten. „Stück für Stück wird die ärztliche Versorgung in dem Wohnviertel, in dem überwiegend ältere Menschen leben, beendet.“

Von den einst 22 Ärzten in dem Gesundheitszentrum mussten vor zwei Jahren 15 nach Marzahn umziehen. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) sagte damals den Erhalt des Hauses und die Ansiedlung neuer Ärzte zu. Vor einem halben Jahr betonte er, das Gebäude sei an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) verkauft worden. Das stellt sich als falsch heraus, die WBM wurde in dem Verfahren von der AOK aussortiert.

„Hier werden Versprechungen gemacht, die nicht eingehalten werden“, sagt die Podologin Karin Bilak, die in dem Haus eine Praxis hat. Durch den Wegzug der Ärzte sei eine große Lücke in der Versorgung der Patienten entstanden. Zur Rettung des Hauses wurde auf change.org auch eine Online-Petition gestartet, sie hat 75 Unterstützer.