Berlin - Für die künftige Nutzung des Hauses der Statistik in Mitte ist eine weitere Hürde genommen. Die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die den Gebäudekomplex verwaltet, hat einen Zusammenschluss der Baufirmen Ed. Züblin und Hochtief als Generalübernehmer mit der Sanierung beauftragt. Die beiden Unternehmen haben sich in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt, wie die BIM am Dienstag mitteilte.

Die Planungen sehen vor, dass die Bauarbeiten im Spätsommer 2022 beginnen. Bis 2024 sollen dann in den Bestandsgebäuden an der Karl-Marx-Allee und der Otto-Braun-Straße sowohl moderne Büro- und Verwaltungsflächen als auch soziokulturell genutzte Räume entstehen. Zuletzt sei eine Schadstoffsanierung gelaufen, außerdem seien die Gebäudeteile entkernt worden, so die BIM.

Kosten belaufen sich auf dreistelligen Millionenbetrag

Die Kosten für die Sanierung wurden von der BIM nicht genannt. Sprecherin Johanna Steinke sagte nur: „In die Herrichtung der Bestandgebäude wird ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag investiert.“ Die Gelder stammen aus Haushaltsmitteln und aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA).

Die Bestandsgebäude, die durch den Generalübernehmer saniert werden, haben eine Bruttogrundfläche von 46.000 Quadratmetern. Etwa 80 Prozent werden von der Berliner Verwaltung genutzt – vom Finanzamt Mitte und von der BIM. Auf 20 Prozent der Flächen ist nach Angaben der Sprecherin eine soziokulturelle Nutzung vorgesehen.

Enger Zeitplan

„Der Zeitplan für die Sanierung des Hauses der Statistik ist eng getaktet“, sagt BIM-Geschäftsführer Sven Lemiss. „Umso mehr freuen wir uns, mit dem Zusammenschluss Arge Haus der Statistik gleich zwei erfahrene Partner an unserer Seite zu wissen, die gemeinsam mit uns die Baumaßnahmen zur Quartiersentwicklung am Haus der Statistik vorantreiben.“

In den zwei Jahren Bauzeit sind laut BIM unter anderem der Abriss des Gebäudes F, der Rückbau und die Entsorgung der Dach- und Technikaufbauten sowie der verbliebenen schadstoffbelasteten Fassadenbauteile geplant. Gleichzeitig müssen die Fassadenflächen neu hergestellt und die Gebäudeteile funktions- und bezugsfertig an die zukünftigen Nutzer übergeben werden.

Das Haus der Statistik wurde nach Plänen des Architektenkollektivs Manfred Hörner, Peter Senf und Joachim Härter von 1968 bis 1970 errichtet und beherbergte die Zentralverwaltung für Statistik der DDR. Nach der Wiedervereinigung zogen die Berliner Außenstelle des Bundesamtes für Statistik sowie die Stasi-Unterlagenbehörde in die Räume ein. Beide Behörden verließen den Komplex im Jahr 2008. Seither steht die riesige Immobilie leer. Im Jahr 2017 erwarb das Land Berlin das Ensemble im Rahmen des Hauptstadtfinanzierungsvertrages vom Bund. Einzelne Pioniernutzungen folgten.