Friedrichshain - Alle Proteste der linksalternativen Szene haben nichts genützt. Seit neun Uhr wird am Dienstag die Alte Teppichfabrik in Friedrichshain geräumt. Ein Gerichtsvollzieher setzt einen entsprechenden Beschluss von vergangener Woche durch. "Wir unterstützen die Maßnahmen mit unseren Einsatzkräften", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen.

"Wir sind mit rund 200 Kräften vor Ort", so der Polizeisprecher. Auch das SEK sei kurzfristig zum Einsatz gekommen. Der Gerichtsvollzieher sei auf dem von der Polizei vollständig abgeriegelten Gelände. Er habe das besetzte Gebäude bereits betreten können, nachdem einige Metallplatten und Gerümpel im Eingangsbereich beiseite geräumt worden waren.

Zunächst war unklar, wie viele Besetzer tatsächlich im Haus seien. Zuletzt hatte sich noch sechs Autonome in dem früheren Industriegebäude verschanzt. Von ihnen wurde jedoch keiner angetroffen. Man gehe "davon aus, dass der Einsatz auch weiterhin relativ störungsfrei" ablaufen werde.

Polizei bleibt noch den ganzen Tag vor Ort

Allerdings kündigte die Polizei an, noch den gesamten Tag über vor Ort zu bleiben, um einen privaten Sicherheitsdienst zu unterstützen, der das Areal bewacht. Wann der Einsatz beendet werden kann, ist noch nicht absehbar. 

Hausbesetzer legen Widerspruch ein

Gegen den Räumungsbeschluss des Gerichts vom 7. August legten die ehemaligen Besetzer Widerspruch ein. Es wurde beantragt, die Zwangsvollstreckung einzustellen, teilte das Landgericht Berlin am Dienstag mit. Eine Verhandlung hierzu sei für den 28. August anberaumt.

Die Besetzung des alten Industriegeländes auf der Halbinsel Stralau war erst kürzlich durch einen Eigentümerwechsel bekannt geworden. Der neue Besitzer hatte Mitte Juli bemerkt, dass sich Menschen in dem zuletzt als Veranstaltungsort genutzten, leerstehenden Bau an der Spree eingerichtet hatten. (BLZ)