Acht Wochen nach unserem Einzug waren die wichtigsten Bauarbeiten abgeschlossen – genau, wie es die Handwerker prognostiziert hatten. Allmählich gewöhnte ich mich an das Schaukeln des Schiffs, das interessanterweise weniger von den großen Lastkähnen ausgelöst wird, die langsam und ruhig an der „Helene“ vorbeiziehen. Die größten Turbulenzen entstehen, wenn kleine, fiese Motorboote mit überhöhter Geschwindigkeit und blonder Beifahrerin durchs Wasser pflügen. Dann bekommt man zuweilen den Impuls, sich festhalten zu wollen.

Ich staunte über die Geräuschkulisse in meinem neuen Heim: das Ächzen der Festmacherleinen, das Knacken des Parketts, das den Schiffsbewegungen nachgibt, das Rütteln des Windes, die Wellen, die an stürmischen Tagen gegen den Bug klatschen und uns sanft in den Schlaf wiegen. Ich erschrak über diverse Katzen, die nachts über unser Dach jagen, über das Trappeln der Krähen auf dem Dach und das Klappern von Enten- und Schwanenschnäbeln an unserem Schiffsrumpf, wenn sie die dort haftenden Algen verputzen.

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