Berlin - Das hoch verschuldete Berlin leistet sich von allen Bundesländern mit Abstand die meisten Staatssekretäre. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die neue rot-rot-grüne Landesregierung beschäftigt 25 dieser ständigen Vertreter der Senatoren. Sie arbeiten dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und zehn Senatoren zu. Selbst im - gemessen an der Einwohnerzahl - fast fünfmal so großen Nordrhein-Westfalen unterstützen den Ministerpräsidenten und seine 12 Minister nur 16 Staatssekretäre. In den anderen Bundesländern sind es noch weniger.

Die Staatssekretäre steuern die Verwaltung und halten den Regierungsmitgliedern intern den Rücken frei. In Berlin sind sie verbeamtet und werden nach der Besoldungsgruppe B7 bezahlt. Das entspricht einem Grundgehalt von monatlich 8900 Euro brutto.

Die meisten Staatssekretäre arbeiten Müller zu

Die 25 Staatssekretäre kosten die Hauptstadt im Jahr ohne Zuschläge also alleine schon 2,67 Millionen Euro. Dazu kommen in der Regel Referenten, Büroleiter und Dienstwagen. Und eine nicht unbeträchtliche Altersversorgung von maximal 71,75 Prozent des letzten Gehalts.

Der Bund der Steuerzahler übt Kritik: „Das sind aus unserer Sicht zu viele Staatssekretäre“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Berliner Landesverbands, Alexander Kraus, der dpa. „Wir gehen davon aus, dass Rot-Rot-Grün ihre Zahl hochgeschraubt hat, um dem Parteienproporz Rechnung zu tragen.“ Er verwies auf die hohen aktuellen und Folgekosten bis hin zur Altersversorgung. „Man kann nur hoffen, dass mehr Topmanager in der Verwaltung auch dazu führen, dass diese besser wird in Berlin.“

Die meisten Staatssekretäre arbeiten Regierungschef Michael Müller (SPD) zu: neben Senatskanzleichef Björn Böhning je ein Experte für Bund-Länder-Koordination und Wissenschaft. Auch die Senatssprecher hatten zuletzt diesen Rang. Drei Staatssekretäre hat Innensenator Andreas Geisel (SPD). Die übrigen Ressorts müssen mit je zwei Staatssekretären auskommen. (dpa)