Stadtrat Kühne will einen Masterplan erarbeiten: Freie Träger, Initiativen sowie Gesellschaften könnten die Kulturprojekte weiterführen. Vorbild seien das Kreuzberger Kunstquartier Bethanien und der Heimathafen Neukölln. Ein neuer Betreiber des Kulturareals Thälmann-Park könnte Atelierwohnungen bauen oder ein Kunst-Hotel und damit den Kulturbetrieb finanzieren. Nach den Protesten gegen seine Streichliste gebe es jetzt „konkrete Vorschläge und Alternativen“, so Kühne.

„Raubbau an der Kultur“

Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte der Berliner Zeitung: „Ich hoffe, dass wir helfen können, konstruktive und zukunftsträchtige Lösungen zu finden.“ Schmitz hatte die Pankower Sparpläne als „Raubbau an der Kultur“ bezeichnet.

Das Pankower Schulamt spart offenbar schon seit Jahren, Gymnasien werden dort Lehrmittel vorenthalten. Pro Schüler und Jahr stehen den Schulen 74 Euro zu für Unterrichtsmittel wie Computer, Beamer, Tafeln oder Reagenzgläser. Tatsächlich bekamen die Schulen nur einen Bruchteil des Geldes.

Erst als Schulleiter nachrechneten, überwies das Schulamt formlos fünfstellige Beträge nach. Allein das Kollwitz-Gymnasium in Prenzlauer Berg bekam etwa 40 000 Euro. Elternvertreter Manfred Thunig, auch Landeselternausschuss-Vize, hat einen Beschwerdebrief an Senator Nußbaum vorbereitet und fordert eine Überprüfung der Vorgänge. Der Bezirk müsse gegebenenfalls verpflichtet werden, das den Schulen zustehende Geld rückwirkend bis 2003 zu überweisen. Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) räumt ein, Pankows Gymnasien seien „etwas zu kurz gekommen“. Sie verweist darauf, dass Bezirke laut Gesetz „Wertausgleichsmaßnahmen“ zwischen einzelnen Schulen vornehmen könnten. Elternvertreter Thunig sagt indes, Pankows Schulen hätten Anspruch auf jährlich 52 Millionen Euro, nach Berechnungen der Elternvertreter habe der Bezirk aber nur 28 Millionen Euro an die Schulen gegeben.