Berlin - Die Haut bräunen, Vitamin D tanken, schwitzen ohne Sauna – das alles ist jetzt, Mitte Juni, für ein paar Tage während der für fünf Tage angesagten Hitzewelle endlich möglich. Wer da lieber in klimatisierte Räume geht, ist selbst schuld. In der Großstadt leben auch Sonnenanbetende, die das Wetter zu schätzen wissen. Freut euch, ihr Sommerkinder, jetzt wird so richtig geschmort! Hier ein paar Tipps, wie und wo sich die Hitze richtig genießen lässt.

Auf die Berliner Stadtsteppe rollen

Auf dem Tempelhofer Feld heizen sich die ehemaligen Landebahnen unerbittlich auf. Auch die Wiese trocknet langsam aus und gleicht einer Steppenlandschaft voller Picknickdecken. Ins Schwitzen kommt man hier beim Sport, wahlweise auf Rädern.

Denn das Tempelhofer Feld ist ein idealer Radfahrer-Grill. Die Runde entlang der rosafarbenen Punkte bietet knapp sechs Kilometer durchgehend Sonne von allen Seiten. Solange der Fahrtwind kühlt, geht es. Wer stehen bleibt, spürt sofort die Hitze des Asphalts, die von den ehemaligen Rollbahnen aufsteigt. Unbedingt den Nacken mit Sonnenmilch eincremen!

Tempelhofer Damm, 12101 Berlin

Radtour an der Spree mit Abstecher auf die heißesten Terrassen

Eine Radtour an der Spree ist bei schönem Wetter ein Genuss. Selbst Frostbeulen im Sommeroutfit kann der Fahrtwind an diesem Wochenende nichts anhaben. Wasserflasche eingepackt – und ab in den Sattel! So richtig heiß wird es auf dem Abschnitt zwischen Regierungsviertel und Tiergarten – garantiert schattenfrei.

Im Tiergarten locken die eher schattigen Biergärten beim Schleusenkrug und Café am Neuen See. Wer lieber gleich weiterschmoren will, geht auf die Dachterrasse des Hauses der Kulturen der Welt. Hier schlürft man die kalten Getränke vom Kiosk in der prallen Sonne. Oder Sie starten die Tour mit einem Frühstück auf der Terrasse des Petit Bijou mit Ausblick auf die Museumsinsel. Die Sonnenschirme lassen sich bei Bedarf auch zusammenklappen.

Café am Neuen See, Lichtensteinallee 2, 10787 Berlin, cafeamneuensee.de

Berliner Zeitung/Markus Wächter
Biergarten im Café am Neuen See

Doppelte Ladung Sonnenstrahlen auf der Spree

Braun wird man bekanntlich am schnellsten auf dem Wasser. Schatten ist rar und die Oberfläche reflektiert zusätzlich. Der Sommerlook macht sich da ganz von selbst: In Badekleidung aufs Schlauchboot und Füße hoch! Das Paddeln treibt die Hitze auf die Spitze. Der Sommer lässt sich auch beim Stand-up-Paddling richtig schön auskosten. Viele Stand-up-Paddling-Verleihe bieten auch Yoga-Kurse auf den schmalen Brettern an.

Nalepastraße 18, 12459 Berlin, standupclub.de

Sonnenbank im Prinzenbad

Im Kreuzberger Prinzenbad geht es mitunter heiß her und es mangelt nicht an Liegewiesen und Sitzplätzen in der Cafeteria, wo sich die Sonne trefflich genießen lässt. Doch am späten Nachmittag oder frühen Abend scheinen sich die Strahlen an einer Stelle zu bündeln: an der Bank am Sportbecken, direkt unter dem Bademeisterturm. Wer sich dort niederlässt, bekommt die volle Dröhnung direkt ins Gesicht, das reflektierende Wasser im Becken verstärkt den Effekt.

Prinzenstraße 113, 10969 Berlin

Wüstenflair im Botanischen Garten

Tropische Hitze draußen und drinnen: In der aufgeheizten Betonwüste Berlins bleibt der Botanische Garten eine grüne Oase. Schließlich werden die Pflanzen hier auch bei Hitze ausreichend mit Wasser versorgt. Ausgeschilderte Pfade führen zu den schönsten Pflanzen der Jahreszeit. Das Tropenhaus ist mit 1700 Quadratmetern eines der größten der Welt. Dort gedeihen neben den Regenwaldpflanzen auch verschiedene Kakteen, sodass Hitzeliebhaber die Gelegenheit haben, sich wie in der Wüste zu fühlen. Seit 14. Juni sind die Gewächshäuser in Berlin wiedereröffnet.

Königin-Luise-Straße 6–8, 14195 Berlin, Eintritt: 6 Euro/erm. 3 Euro, bgbm.org

Sauna für zwischendurch

Wer braucht eine Sauna, wenn es überall in der Stadt S-Bahnen gibt? Günstig, nah und mit komfortablen Sitzbänken bieten die Berliner S-Bahnen die Gelegenheit, sich schon auf dem Weg zum Lieblingssommerort gut aufzuwärmen. Nur mit dem Sauna-Outfit sollte man sich im vollgestopften Waggon vielleicht etwas zurückhalten. Erwischt man zufällig ein neueres klimatisiertes Bahnmodell: Baldmöglichst wieder aussteigen!

imago/IPON
Klunkerkranich in Neukölln

Der Sonne hinterherklettern

Wahre Sommerliebhaber haben am Abend immer noch nicht genug von der Hitze und dem Draußen. Am längsten scheint die Sonne in Berlin auf Anhöhen, wo sie nicht von Häuserfassaden verdeckt wird. Oder auch auf den Dächern der Stadt, zum Beispiel im Klunkerkranich auf den Neuköllner Arcaden. Berge sind in Berlin zugegebenermaßen rar gesät, aber es gibt sie. Wie den Drachenberg am Fuße der ehemaligen Abhörstation. Dort kann man den perfekten Sommertag bei einem kühlen Getränk ausklingen lassen.

Karl-Marx-Straße 66, 12043 Berlin, klunkerkranich.org