Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer ist tot. Sie sei über die Ostertage gestorben, teilten ihr Sohn und ihre Tochter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. „Sie war zuhause in ihrer Wohnung in Berlin als es geschah.“ Heidi Hetzer wurde 81 Jahre alt. 

Die genaue Todesursache sei noch nicht bekannt, aber es deute alles auf Altersschwäche oder einen Unfall hin, teilten Hetzers Kinder weiter mit. Möglich sei ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. „Die Umstände ihres Todes sind auch lange nicht so wichtig wie die Ihres Lebens. Sie hat bewusst und öffentlich gelebt, so als wäre jeder Tag ihr letzter“, schreiben Sohn Dylan und Tochter Marla. 

„Sie hat verstanden - und auch oft gesagt - dass jeder Tag ein Geschenk ist. Bis zuletzt hatte sie eine Offenheit, eine Neugier auf das Fremde, und einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen. Ihre Familie hatte sie sehr lieb, und wird sie sehr vermissen.“ 

Auf Hetzers Instagram-Profil und ihrem Blog wurde am frühen Dienstagmorgen allerdings eine Schrifttafel mit der Aufschrift "Ich lebe nicht mehr, aber ich habe gelebt" hochgeladen. 

Heidi Hetzer war erst vor Kurzem aus Südafrika zurückgekehrt

Erst kürzlich war die Weltenbummlerin mit einem rosa Jeep in Afrika unterwegs. In Kapstadt ist sie überfallen worden, wurde jedoch nicht verletzt. Für November hatte Heidi Hetzer bereits ihre nächste Afrika-Reise geplant. Zuvor war sie zweieinhalb Jahre lang mit ihrem Oldtimer „Hudo“, einem Hudson Greater Eight, Baujahr 1930, um die Welt gereist. Fast vier Millionen Fans verfolgten ihre Reisen und Erlebnisse über soziale Medien. 

1953 hatte die Berlinerin zum ersten Mal an einer Rallye teilgenommen. Von 1969 bis 2012 leitete sie den von ihrem Vater gegründeten Autohandel mit Sitz in Charlottenburg. 

Weltenbummlerin aus Charlottenburg

Heidi Hetzter wurde 1937 als Tochter des Unternehmers Siegfried Hetzer in Berlin geboren. Dieser führte ab 1933 erfolgreich ein Opel-Haus. Die Liebe zu Autos wurde ihr in die Wiege gelegt. Heidi Hetzer machte nach der Schule eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin und arbeitete nach einem Versuch, sich selbstständig zu machen mit im Familienbetrieb. Mit 31 Jahren übernahm sie nach dem Tod des Vaters das Autohaus in Charlottenburg und baute es zu einem der größten und erfolgreichsten Autohäusern Berlins aus. 

Als Unternehmerin und Rennfahrerin war Heidi Hetzter eine schillernde Ausnahme in West-Berlin. Sie gab gerne Interviews und war der Liebling der Berliner Medien. Seit 1953 nahm sie an Wettbewerben teil, wie der Rallye Monte Carlo oder der Panama-Alaska-Rallye. Daneben nahm sie regelmäßig an regionalen Oldtimer-Rallyes teil. 

Heidi Hetzer war „einzigartige Botschafterin“ Berlins

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat Heidi Hetzer als „eine einzigartige und sympathische Botschafterin unserer Stadt“ gewürdigt. „Berlin wird die Frau mit ihrer Auto-Handtasche und der Berliner Schnauze nie vergessen“, schrieb Müller am Dienstag. 

Berlinerin mit großer Klappe

Im ZDF Morgenmagazin MoMa hatte Heidi Hetzter noch kürzlich für einen Eklat gesorgt. Die betagte Globetrotterin sollte über ihre Reise nach Südafrika berichten und schockte mit der Aussage: „Die klauen. Die Schwarzen klauen selbst eine olle Jacke, wenn Sie die im Auto liegen lassen. Die klauen alles.“ Für die dunkelhäutige Moma-Moderatorin Jana Pareigis war das eine unangenehme Situation, wie sie später in einem Interview über Alltagsrassismus berichtetet.  (BLZ. mit dpa)