Paare wollen an besonderen Tagen im Februar heiraten, doch nicht selten machen ihnen die Standesämter der Berliner Bezirke einen Strich durch die Rechnung. 
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BerlinViele Berliner würden sich im Februar sicher gern das Ja-Wort geben, denn der Monat steckt voller markanter Hochzeitsdaten, beginnend mit Sonntag, dem 02.02.2020; dazu kommen der 20.02.2020, der 22.02.2020 und der Schalttag. Doch statt des Ja-Wortes gibt es von einigen Bezirksämtern das Nein-Wort: Nur wenige Bezirke bieten alle besonderen Daten als Hochzeitstermine an.

Der 22. Februar fällt auf einen Samstag, genau wie der 29. Februar – deshalb bleiben die Türen der Standesämter in vielen Fällen zu. „Das Standesamt Mitte bietet Trauungstermine nur mittwochs und freitags an“, heißt es etwa auf Nachfrage der Berliner Zeitung an das Bezirksamt. „Die angeführten Termine liegen jedoch an anderen Wochentagen.“

Schlechte Neuigkeiten auch aus Steglitz-Zehlendorf: Hier gibt es Trauungen nur am ersten Samstag des Monats. „Der 22. und 29. Februar sind nicht der erste Samstag des Monats und werden im Standesamt Steglitz-Zehlendorf nicht angeboten“, hieß es auf Nachfrage. Das Wochenende ist auch in Pankow heilig: Weil der 22. ein Samstag ist, „finden hier keine Eheschließungen im Rathaus statt“.

Kaum Eheschließungen an Wochenenden möglich

Ausgerechnet am speziellsten Tag blieben die Türen der Standesämter zu, nämlich am 02.02.2020. Das Datum besteht nur aus Nullen und Zweien und ist zudem ein Palindrom – es kann also von vorn und von hinten gelesen werden. Zuletzt gab’s das am 21.02.2012, einem Dienstag. Ehepaare in spe hatten damals mehr Glück mit den Behörden als jetzt. „Der 02.02. fällt als gesetzlicher geschützter Sonntag von vornherein nicht in die Planung“, heißt es aus Steglitz. Und aus Charlottenburg: „Samstags und sonntags werden keine Eheschließungen durchgeführt.“

Doch es gibt auch Hoffnung: Einige Bezirksämter bieten sogar zusätzliche Termine an. Etwa in Reinickendorf: „Am 22.02.20 finden 14 Eheschließungen statt“, schreibt ein Sprecher. „Normalerweise bieten wir Samstagstrauungen nur im Sommer an, sodass auch diese Termine zusätzlich eingerichtet wurden.“ 18 Eheschließungen soll es an dem Tag in Tempelhof-Schöneberg geben – und auch im Rathaus Helle Mitte in Marzahn Hellersdorf, das derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, kann an dem Tag geheiratet werden. „Üblicherweise ist mit   zehn Terminen pro Tag und Ort zu rechnen“, sagt ein Sprecher. Und die seien ausgebucht.

Der am stärksten nachgefragte Tag ist der 20. Februar 2020 –   ein Donnerstag. 17 Paare heiraten in Reinickendorf, obwohl an Donnerstagen dort sonst keine Eheschließungen angeboten werden. „Diese Termine haben wir zusätzlich eingerichtet, um möglichst vielen Bürgern eine Hochzeit zum Wunschtermin anbieten zu können“, heißt es.

Zehn Eheschließungen soll es in Pankow geben, nur ein Termin ist noch frei. In Lichtenberg werden gleich zwei Hochzeitsorte angeboten, das Dienstgebäude in der Egon-Erwin-Kisch-Straße und das Rathaus; 13 Eheschließungen stehen an. „Hier wurde bewusst geplant, dass es eine erhöhte Nachfrage geben könnte“, teilt ein Sprecher mit.

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In Charlottenburg seien 20 Heiratstermine angeboten und vergeben worden, sieben für das Rathaus Schmargendorf, die anderen für die Villa Kogge. Glücklich werden auch Paare in Tempelhof-Schöneberg: Am 20. Februar wurde hier das Angebot erweitert, es gibt vier Eheschließungen im Goldenen Saal und satte 23 im Trauzimmer. Und: Hier wird auch am 22. Februar geheiratet, 18 mal sogar, trotz Samstag.

„Durch fehlende Termine geht der Stadt Geld verloren“

Eine Expertin kritisiert das Vorgehen der Standesämter und den dort herrschenden Personalmangel: „Ich erlebe immer wieder, dass Paare gezwungen sind, eine freie Trauung zu organisieren. Sie gehen dann in der Woche in ganz kleiner Runde zum Standesamt und holen sich für die Feier am Wochenende einen freien Redner“, sagt Sarah Linow, die seit zehn Jahren als Hochzeitsplanerin tätig ist, der Berliner Zeitung. „Schade ist es zum Beispiel in Mitte – hier gibt es schöne Hochzeitsorte, aber keine Termine an Samstagen. Das ist sehr schade.“

Sie sieht darin auch Schaden für die Stadt: Etliche Touristen kämen in die Hauptstadt, um zu heiraten. „Und die Leute geben viel Geld dafür aus. Und Berlin ist von überall gut zu erreichen, hip und cool und günstiger als andere Metropolen“, sagt Sarah Linow. „Durch die fehlenden Termine geht der Stadt viel Geld verloren.“