Heizkörper mit Thermostat.
Foto: Jochen Tack

BerlinDie gute Nachricht lautet: Ich habe meinen Resturlaub von zwei Wochen abgebummelt und zwar mit Radfahren und Rumliegen. Das Radfahren war gemütlicher als das Rumliegen. Denn das wurde zu einer Art Belastungsprobe für mein Fröstel- und Frierverhalten.

Mit anderen Worten – die Heizung in meinem Haus war komplett ausgefallen. Da ich glücklichweise nicht Mieter bei einer bekannte großen Wohnungsgesellschaft mit Sitz in Berlin bin, wurde der Ausfall der Heizung wahrgenommen und behoben. Bis dahin vergingen allerdings ein paar Tage. Man geht ja nicht mit seiner Heizung in irgendein Reparaturcafé, knallt den Heizkörper auf den Tresen und mault: „Nu machense ma“.  Mein erster freier Tag begann, also mit einer Dusche in einem ungeheizten Badezimmer.

Man weiß sich zu helfen

Egal, dachte ich, das härtet ab, und hüllte mich anschließend in eine Sofadecke. Für einen halben Tag empfand ich die Situation als recht behaglich, lief im dicken Sweater durch die Wohnung und als es gegen Abend doch etwas frischer wurde in den eigenen vier Wänden, schaltete ich einen kleinen Heizlüfter ein, in dessen Strahl es sich tatsächlich aushalten ließ. Außerhalb davon kühlte es nun aber doch merklich ab.

Am nächsten Tag war meine Wohnung eiskalt. Nun habe ich eine nette Hausverwaltung und einen menschlichen Vermieter, ich hielt also meine nun auch kalten Füße still und regte mich nicht auf. Dummerweise musste ich auch noch die ganze Zeit an den schrecklichen Thilo Sarrazin denken, der ja mal behauptet hatte, dass man daheim einfach nur einen dicken Pullover tragen müsse, um Energiekosten zu sparen.

Heizung muss sein

Das ist natürlich quatsch, wie ich am eigenen Leib spürte: Auch der dickste Pullover hält nicht mehr als ein bisschen warm, wenn die Raumtemperatur auf gefühlte 12 Grad fällt. Die Heizung war nun im ganzen Haus ausgefallen. Ich traf einen Nachbarn im Flur, der anzogen war wie ein Michelin-Männchen. Kurzfristig überlegte ich mir nun, den Hund meiner Eltern auszuleihen, der würde wenigstens ein wenig wärmen, während ich auf dem Sofa von Temperaturen jenseits der 20 Grad träumte. Mittlerweile geht die Heizung wieder, was schön ist. Genießen kann ich es nicht, denn ich muss wieder arbeiten, wie Sie unschwer an diesem Text erkennen können.