Berlin - Der Berliner Kochboxen-Versender Hellofresh hat mit dem Aufbau eines eigenes Liefernetzwerks in Deutschland und Österreich begonnen. Nachdem das Unternehmen seinen Lieferpartner Liefery verloren hatte, weil dessen Dienst nach der Übernahme durch Hermes eingestellt wurde, will Hellofresh nun  Hobbyköche  auch mit eigenen Kurieren beliefern.

In Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, München und Wien steht dieses Netzwerk bereits. Dort versorgt der Essen-zum-Selberkochen-Lieferant seine Kundschaft direkt. Dafür werden die Kochboxen von einem Dienstleister aus der zentralen Produktionsstätte in Verden bei Bremen abgeholt und in lokale Depots geliefert. In Berlin befindet sich das Hellofresh-Depot in Spandau. Von dort aus werden die Boxen zu den Kunden gebracht. Vorerst beauftragt Hellofresh damit noch Subunternehmer, doch soll parallel eine eigene Flotte mit „verstärkt elektrisch angetriebenen“  Kühlfahrzeugen aufgebaut werden.

Tatsächlich ist Hellofresh nicht unerfahren. In Belgien und den Niederlanden betreibt das Unternehmen bereits eine eigene Lieferflotte. Hierzulande will man bis Jahresmitte etwa ein Drittel seiner Kunden über die eigene Lieferlogistik bedienen. Das Gros der Kundschaft soll zunächst aber weiter von DPD und UPS beliefert werden. Bei Hellofresh verspricht man sich davon mehr Unabhängigkeit, eine zuverlässigere Zustellung zum angegebenen Zeitpunkt und langfristig mehr Flexibilität, um zusätzliche Lieferzeitfenster anbieten zu können.

Inzwischen gibt es in Berlin eine ganze Reihe von Lieferdiensten. Während die Kuriere von Lieferando, Discoeat, Wolt oder Spoodi ihre Kundschaft mit Fertiggerichten aus Restaurants und Geisterküchen beliefern, bringen die Boten von Gorillas, Flink  oder Bringo Waren des täglichen Bedarfs aus dem Supermarkt nach Hause.