Am  Sonnabend wollen Rocker aus ganz Deutschland in Berlin gegen die Verschärfung des Vereinsgesetzes protestieren. 400 Demonstrationsteilnehmer sind nach Angaben der Polizei für den Korso von Alt-Biesdorf bis hin zum Großen Stern angemeldet. Hintergrund des Protestes ist das Verbot von Symbolen und Abzeichen für die Rockerclubs Hells Angels MC, Bandidos und Gremium MC.

Verbot der Rocker-Symbole

Ihre Kutten sind ihnen heilig. Doch seit März vergangenen Jahres dürfen die drei genannten Rockerclubs sie nicht mehr tragen. Auch an Clubhäusern oder auf Internetseiten dürfen die Symbole der Rocker nicht mehr verwendet werden, darunter der geflügelte Höllenengel. Dagegen wollen die selbst ernannten „Gesetzlosen“ unter dem Motto „Freedom is our Religion“ demonstrieren.

Die Route ist etwa 32 Kilometer lang und führt ab 17 Uhr vom Frankenholzer Weg in Alt-Biesdorf über Alt-Friedrichsfelde, Frankfurter Allee, Karl-Marx-Allee, am Alexanderplatz vorbei über die Straße Unter den Linden zum Brandenburger Tor bis hin zum Großen Stern. Am Brandenburger Tor soll es eine Kundgebung geben. „Eine Verkehrsbeeinträchtigung auf der B1 wird es in diesem Jahr nicht geben“, sagte Uwe Schadt, Rechtsanwalt der Hells Angels. Im vergangenen Jahr hatte es dort erheblichen Stau gegeben.

Alle Motorradclubs und Biker willkommen

André Sommer, Chef der Hells Angels Nomads in Berlin, machte am Dienstag auf einer Pressekonferenz deutlich, dass alle anderen Motorradclubs und Biker willkommen sind. Das Vereinsverbot habe die zum Teil verfeindeten Rockerclubs enger zusammengebracht, so Sommer. Dabei sollte das Verbot die Rockerclubs eigentlich schwächen.

Mit dem Kuttenverbot soll der Missbrauch des Vereinsrechts für organisierte Kriminalität wie Menschenhandel und Drogengeschäfte bekämpft werden. Diese Verbrechen werden den Clubs immer wieder vorgeworfen. Der Sprecher der Hells Angels, Rudolf „Django“ Triller, erklärte, dass man das Problem nicht damit löse, dass man es einfach unsichtbar macht. Sommer meinte: Wer vor dem Verbot ein krimineller Rocker war, wird es auch danach noch sein.