Mehr als 300 Polizisten und Zollbeamte haben am Donnerstagabend zwölf Wohnungen, Lokale sowie das Clubhaus des Rockerclubs Hells Angels in der Meteorstraße in Reinickendorf durchsucht. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen Drogenhandels.

Die Razzia in mehreren Bezirken richtete sich gegen das Charter MC Berlin Central, das mehrheitlich aus Türken und Arabern besteht. Die Fahnder entdeckten unter anderem eine scharfe Pistole, 108 Schuss Munition und mehrere Stichwaffen.

Gegen einen 27-Jährigen wurde in einem Café an der Oudenarder Straße in Wedding ein Haftbefehl vollstreckt. Bei der Gelegenheit beschlagnahmten die Polizisten in dem Lokal zwei mutmaßlich illegale Spielautomaten.

Weitere Durchsuchungen in Berlin

Nach Informationen der Berliner Zeitung wurde ein 25-Jähriger, der wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht zur Fahndung ausgeschrieben war, festgenommen. Er soll umgehend in die Türkei abgeschoben werden. Auch ein Bordell in Schöneberg wurde durchsucht. Die Ermittler trafen mehrere Prostituierte an, die dort offenbar für einen 25- und einen 33-jährigen Zuhälter arbeiteten.

Die Beamten kontrollierten außerdem in Charlottenburg und Wedding zwei Cafés, die Treffpunkte von Hells Angels sind. In Wedding holte die Feuerwehr einen Shisha-Ofen aus dem Keller, weil die Kohlenmonoxid-Werte in der Luft erheblich erhöht waren. Im Rockerclubhaus selbst fanden die Polizisten nichts.