Berlin - Insgesamt rund 1,5 Tonnen Marihuana soll ein 35-Jähriger in der Hauptstadt verkauft haben. Am Montag wurde er verhaftet. Um 7.45 Uhr splitterte die Tür zu der Rostocker Wohnung, in der der mutmaßliche Groß-Dealer aus Berlin Unterschlupf gefunden hatte. Polizisten rissen den 35-Jährigen aus dem Schlaf. Seit einem Jahr hatten Drogenfahnder des Berliner Landeskriminalamtes gegen den Mann ermittelt. Er gehört nach Angaben von Ermittlern dem Rockerclub Hells Angels an.

Zwischen Januar 2015 und Oktober vergangenen Jahres soll der Rocker von einem 29-jährigen Komplizen insgesamt 1,5 Tonnen Marihuana bezogen haben. Dieses verkaufte er den Ermittlungen zufolge in vielen Portionen an weitere Dealer in der Hauptstadt gewinnbringend weiter. „1,5 Tonnen Rauschgift, das ist schon eine ziemliche Größenordnung, sagt ein Polizeisprecher.

Hells Angel gilt als hochgefährlich

Der 29-jährige Komplize des Rockers sitzt bereits seit Oktober vergangenen Jahres in der Justizvollzugsanstalt Tegel in Haft. Dort verriet er seinen früheren Geschäftspartner. Nun beobachteten Observationskräfte den Beschuldigten, klinkten sich in dessen Telefongespräche ein – so lange, bis sie glaubten, genügend Beweise zu haben. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Drogenhandels und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Weil der Hells Angel als hochgefährlich eingestuft wurde, forderten die Ermittler beim Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern das SEK an, das Spezialeinsatzkommando.

Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Polizisten unter anderem eine scharfe Schusswaffe, zwei Kartons mit je 50 Schuss scharfer Munition, mehrere Pistolen und rund ein Kilogramm Amphetamin. Die Berliner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann weitere Komplizen hatte. Die Fahndung geht weiter.