Hells Angels: Rockerbande demonstriert erneut gegen Kuttenverbot

Der Motorradkorso, bei dem in Berlin mehrere 100 Rocker auf ihren schweren Maschinen gegen das Verbot ihrer Vereinsabzeichen demonstrierten, ist weitgehend friedlich verlaufen. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Gegen einen Teilnehmer sei ein Haftbefehl erlassen worden - warum, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Doch die Rocker der Vereinigung Hells Angels hielten sich laut Polizei an das Verbot. Sie trugen sichtbar keine Vereinsabzeichen wie etwa den geflügelten Totenkopf.

Außerdem wurden sechs Fahrzeuge zur Erstellung eines technischen Gutachtens sichergestellt. Dazu gehörten Motorräder mit erloschener Betriebserlaubnis. Gegen einen 55-Jährigen wird wegen des Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz ermittelt, da er eine Drohne steigen lassen hat.

Vereinsabzeichen seit 2017 verboten

Gegen 19.00 Uhr sei die Veranstaltung am Samstag beendet gewesen. Der Motorrad-Korso der Rockervereinigung Hells Angels hatte sich laut Polizei am Nachmittag im Osten der Stadt - in Biesdorf - in Bewegung gesetzt. Danach fuhren die Hells Angels zum Großen Stern und zurück. Am Brandenburger Tor hielten sie eine Kundgebung.

Das Motto der Demonstration lautete „Freedom is our religion“ (dt.: Freiheit ist unsere Religion). Bei einer ähnlichen Demonstration vor einem Jahr hatten laut Polizei 460 Rocker und Unterstützer teilgenommen.

Laut einem seit 2017 geltenden Gesetz dürfen die Hells Angels ihre Vereinsabzeichen nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen. Grund für die Regelung war, dass diese Vereinigungen besonders im Bereich krimineller Rockergruppen einen „Deckmantel für vielfältige Formen der schweren und organisierten Kriminalität“ bieten könnten. (dpa)