Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) will die Arbeit der „Stadtteilmütter“, dem überregional bekannten und hoch gelobten Integrationsprojekt aus Neukölln, mit einem dauerhaft finanzierten Rahmenprogramm sichern. Rund 70 Stellen für sogenannte Integrationslotsinnen und -lotsen – die die gleiche Arbeit leisten wie Stadtteilmütter, aber auch verstärkt organisatorische Aufgaben übernehmen – würden für 2014 und 2015 mit je 2,2 Millionen Euro finanziert, sagte Kolat am Dienstag nach der Senatssitzung. Die Lotsen sollen in allen Bezirken eingesetzt werden, in Mitte gibt es zwölf Stellen, in Neukölln elf, in Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf jeweils acht.

Stadtteilmütter respektive Integrationslotsen sind meist Frauen, aber auch einige Männer mit Migrationshintergrund, die in ihrem eigenen Kiez andere Migranten-Familien in Erziehungs- und Bildungsfragen beraten. Sie besuchen sie dafür in ihren Wohnungen oder treffen sie in Kiezbüros, kennen ihre kulturellen Hintergründe und, besonders wichtig, sprechen ihre Sprache. „Das ist keine Beratung mit erhobenem Zeigefinger, sondern das ist Elternarbeit auf Augenhöhe“, sagte Kolat. Auch türkisch- und arabischstämmige Eltern seien nicht desinteressiert, sondern wollten nur das Beste für ihre Kinder, so die Senatorin. Sie hätten aber oftmals völlig unzureichende Kenntnisse über Bildungswege und Erziehungsmethoden. Auch Themen wie Ernährung und Gesundheit gehören zum Aufklärungsprogramm.

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