Der Sonntag war mit mehr als 20?Grad Celsius noch einmal richtig schön warm, aber jahreszeitgemäß kündigt der Wetterbericht für diese Woche Regen und Kühlschranktemperaturen unter 10 Grad an. Für die meisten Berliner kein Problem, sie drehen einfach ihre Heizung an. Für viele der über 11.000 Wohnungslosen, die ohne gesichertes Mietverhältnis in der Statistik der Senatssozialverwaltung stehen, vor allem aber für die Obdachlosen, die ihr Leben komplett auf der Straße fristen, beginnt die härteste Zeit des Jahres. Wie hoch ihre genau Zahl ist, weiß niemand so genau, geschätzt sind es mehrere tausend.

Vor der Bahnhofsmission auf der Rückseite des Bahnhofs Zoo bilden sich nicht nur vor der Essen- oder Kleiderausgabe lange Schlangen, ein provisorisches Vordach über den Wartenden hält den Regen notdürftig ab. Die Situation gleicht auf den ersten Blick der in den Vorjahren. Aber derzeit entwickelt sich eine Konkurrenz im Armuts-Sektor – zwischen den zu tausenden in die Stadt kommenden Flüchtlingen und denen, deren prekäre Situation den Stempel Made in Berlin trägt: Menschen, die aus ihren Wohnungen geflogen sind, weil die Eigentümer die Mieten in unbezahlbare Höhen treiben. Die ihre Arbeit und ihren Partner verloren haben und die danach zu oft Trost in Alkohol oder anderen Drogen suchen.

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