Die Berlinale ist vorbei, jetzt stehen die Udo-Lindenberg-Fans am Potsdamer Platz wieder Schlange. Dort feierte das Musical „Hinterm Horizont“ am Samstagabend zweiten Geburtstag – mit vielen alten und ein paar neuen Freunden.

Zu letzteren zählte Schauspieler Michael Degen, der auf die Frage, ob er Lindenberg-Fan sei, freimütig mit „Nein“ antwortete: „Ich kenne ihn gar nicht, aber er ist ja ein sehr origineller Mann.“ Schauspieler Devid Striesow bekannte, er sei, „der älteste Lindenberg-Fan hier im Theater“. Was sich nach Durchsicht der Gäste nicht ganz halten ließ. Da hatten einige schon ein paar Geburtstage mehr gefeiert als der 39-jährige Schauspieler.

Auffällig war die große Zahl der Politiker, die gekommen waren: Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, die ehemalige SPD-Justizministerin Brigitte Zypries, ihr CSU-Kollege Michael Glos und die CDU-Bundestagsabgeordnete Vera Lengsfeld. Sie sah das Stück mittlerweile schon zum dritten Mal, was sie nicht an begeistertem Szenenapplaus hinderte.

Udo Lindenberg selbst behauptete, er habe „Hinterm Horizont“ schon mindestens zweihundert Mal gesehen. „Ich komm dann immer hinter die Bühne und mach mit den Kollegen 'ne Sause“, sagte er. „Das sind ja so tolle Leute.“ Spindeldürr, aber fit wie ein Turnschuh tänzelte Lindenberg hin und her, scherzte mit den Gästen und blies derart dicke Zigarrenwolken in die Luft, dass man sich Sorgen um die Stimme von Hauptdarstellerin Josephin Busch machen musste. Die Fans feierten ihren Udo beim Finale auf dem Bühne mit minutenlangen Standing Ovations. Sieht so aus, als würde das Musical auch noch seine dritten Jahrestag erleben.

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Seit seine Frau Fergie, die Sängerin der Band Black Eyed Peas, twitterte „Josh & ich & Baby macht drei“, weiß die Welt, dass der Schauspieler Josh Duhamel Papa wird. Das veränderte seine Reklametour für den Film „Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht“, die ihn am Sonntag gemeinsam mit der weiblichen Hauptdarstellerin Julianne Hough ins Cinemaxx am Potsdamer Platz führte, grundlegend. Plötzlich beurteilen alle seine Eignung zum Erziehungsberechtigten nach seinem Verhalten.

So gesehen wächst da demnächst ein Kind heran, das auch ohne Geschwister jede Menge kindlichen Spaß erleben wird. Obwohl der Papa schon 40 Jahre alt ist, wirkt er jedenfalls ziemlich infantil. Im Kinosaal animierte er das Publikum zu einem „Harlem Shuffle“, einem wilden Tanz, der gerade die ganz große Runde durchs Internet macht.

In „Safe Haven – Wie ein Licht in der Nacht“ spielt Duhamel einen Witwer mit zwei Kindern, der sich in eine geheimnisvolle Frau verliebt, die auf der Flucht zu sein scheint. Klingt nach einer Schmonzette von Nicholas Sparks („Message in a Bottle“) und ist auch eine.

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Berlin sei wirtschaftlich der „dynamische Vorreiter in Deutschland“, rief VBKI-Präsident Markus Voigt am Sonnabend von der Hauptbühne des „Balls der Wirtschaft“ in den Saal hinein. Da ist was dran, und wenn es weiterer Indizien bedurft hätte, gab es sie an diesem Abend im Interconti mehrfach.

Erstens war der Ball des „Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller so gut besucht wie nie: Rund 3000 Gäste aus Wirtschaft und Politik ließen es sich bei Champagner, Austern, Rib-Eye und Trüffel-Pizza gut gehen. Zweitens rückte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sehr höflich dem VBKI-Chef das Mikro zurecht, als der Ton nicht so wollte: Da ist sie, die neue Dienstleistungsmentalität der Verwaltung. Auf dem Ball erschienen auch Landespolitiker, etwa Cornelia Yzer, Dilek Kolat und Mario Czaja.