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Während das eine Team fast im Ziel angekommen ist, dümpelt das andere mit dem Namen Familie Pöbel noch immer wenige Meter hinter der Startlinie. Balancierend auf Club-Mate-Kisten sollen die Teilnehmer an die andere Seite des Spielfeldes gelangen – natürlich ohne den Boden zu berühren.

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Die Kisten müssen also immer von hinten nach vorn durchgereicht werden. Die anderen Gruppen sind im Ziel, Familie Pöbel gibt auf. Es ist eben nicht jeder Hipster ehrgeizig.

Stylish und extravagant

Bei der Hipster Olympiade am Sonnabend am Postbahnhof in Friedrichshain wurde die Jugendszenefigur des Hipsters von zwölf Teams bei olympischen Disziplinen wie Hornbrillenweitwurf, Vintage-Bart-Basteln und Jutebeutel-Sackhüpfen auf die Schippe genommen – und das hauptsächlich von Hipstern selbst.

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„Es gibt so viele Leute in Berlin, die wollen stylish, extravagant und avantgarde sein, das ist schon wie ein Wettbewerb“, sagt Thomas Blockus vom Veranstalter Kultmucke.de. „Es ist einfach lustig, das zu konterkarieren und einen wirklichen Wettbewerb daraus zu machen –- die Hipster Olympiade.“

Für Hipster hat Thomas Blockus zwei Definitionen. Erstens, den Stil (V-Neck-Shirt, Skinny Jeans), zweitens, die Lebenseinstellung. Er und sein Team aus acht Kultmucke Mitarbeitern seien nur äußerlich Hipster, erkennbar an Shirt und Jeans. Menschen mit wahrer Hipster-Lebenseinstellung seien wie „kleine Sonnen die erwarten, dass sich alles um sie dreht“.

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Im vorigen Jahr fand die Hipster Olympiade auf dem Arkonaplatz statt. Die Veranstaltung hatte so großen Zuspruch, dass sie in diesem Jahr mit kleinen Änderungen weitergeführt wurde. So waren zum Beispiel im vergangenen Jahr die Teilnehmer beim Platten-Edding-Fechten (mit einem Edding die Vinyl-Platte auf der gegnerischen Brust bekritzeln) zu aggressiv. „Da hatte leider nachher einer den Edding im Arm stecken“, bedauert Blockus. Aus diesem Grund gibt es in diesem Jahr eine neue Plattendisziplin: Vinyl-Platten-Drehen. Hier muss die Platte auf einem Plattenspieler mit Hilfe der Finger bewegt werden. Außerdem ist Bionade schon längst nicht mehr hipp. So wurde auf Club Mate Kisten-Wettrennen und Bubble Tea-Perlentauchen umgestellt. Um die Zielgruppe zu vergrößern, gab es in diesem Jahr neben den Olympischen Spielen und Live Musik auch einen TrendMafia Kreativmarkt.

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Zudem wollten die Olympia-Macher in diesem Jahr seriöser werden: mit einem Manifest für Berlin. Sie fordern unter anderem I-Phone Ladestationen in der U8, mehr Jutebeutel-Garderobenhaken im Berghain, einen Club-Mate-Springbrunnen am Rosenthaler Platz und – ganz wichtig – eine Hornbrille für den Fernsehturm.