Welche U-Bahnhöfe sind in Berlin die schönsten? Wer diese Frage zu beantworten versucht, denkt vielleicht zuerst an die Hochbahnhöfe entlang der U1 und U2. Aber auch viele der Untergrundbahnhöfe sind schön gestaltet.

Viele der älteren U-Bahnhöfe wurden nach Entwürfen von Alfred Grenander, dem wohl bedeutendsten Berliner U-Bahnarchitekten, gebaut. Ohne ihn ist die Berliner U-Bahn wie wir sie heute kennen kaum vorstellbar.

Der 1863 in Schweden geborene Grenander wurde schon 1900 für die damalige Hochbahngesellschaft engagiert. Bis 1930 – das heißt, bis Ende der ersten Bauphase der Berliner U-Bahn – prägte er  mit über 80 Bauten die Gestaltung der Berliner U-Bahnhöfe.

Alfred Grenander studierte von 1881 bis 1885 Architektur in Stockholm und von 1885 bis 1888 an der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Er starb 1931 in Berlin.

Viele der von Grenander gestalteten Bahnhöfen sind bis heute erhalten oder rekonstruiert, andere wurden zerstört oder umgebaut. Wir zeigen die schönsten Grenander-Bahnhöfe – von damals und heute.

 

Wittenbergplatz

Der erste - von 1900 bis 1902 erbaute - Bahnhof am Wittenbergplatz existiert nicht mehr. Aber auch der Neubau von 1913 wurde von Grenander gestaltet und sieht heute fast genau so aus.

Kaiserhof

 

So schön war einst der Bahnhof Kaiserhof (heute Mohrenstraße). Der Bahnhof wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und sieht heute nicht mehr so aus.

 

Reichskanzlerplatz

 

Der Bahnhof Reichskanzlerplatz (heute Theodor-Heuss-Platz) wurde von 1907 bis 1908 gebaut und zählt zu den erhaltenen Bahnhöfen von Grenander. Vor allem der Vorraum ist schön.

Sophie-Charlotte-Platz

Der Sophie-Charlotte-Platz ist einer von den gut erhaltenen Grenander-Bahnhöfen. An den Wänden gibt es historische Bilder von anderen U-Bahnhöfen. Der Bahnhof wurde 1907 und 1908 gebaut.

 

 

Klosterstraße

Der 1913 eröffnete Bahnhof Klosterstraße ist  einer  von den schönsten  Bahnhöfen von Grenander. Die Dekorationen im Vorraum wurden nach Babylonischem Vorbild gestaltet.

 

Alexanderplatz

Auch die Gestaltung der U2 am Alexanderplatz stammt von Alfred Grenander.

Bahnhöfe an der U8

 

Viele der U-Bahnhöfe an der Linie U8, zum Beispiel Bernauer Straße, Rosenthaler Platz und Jannowitzbrücke, gehören zu den späten Arbeiten von Grenander. Im Vergleich zu den früheren hat der Stil sich deutlich verändert: von Jugendstil und Neoklassizismus zu einem einfacheren, sachlichen Stil.

Auch an der Gestaltung des großen U-Bahnhofs Hermannplatz war Alfred Grenander, zusammen mit dem Architekten Alfred Fehse, beteiligt.

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Johannes Tangeberg ist Redakteur bei der schwedischen Zeitung Katrineholms-Kuriren. Derzeit arbeitet er im Rahmen des Internationalen Journalisten-Programms als Gastreporter bei der Berliner Zeitung.