Es gab eine Zeit, als in Berlin noch keine U-Bahnen fuhren. Im 17. Jahrhundert waren es Sänften, die betuchte Kunden an ihr Ziel brachten. Danach folgte im 18. Jahrhundert die Fiakergesellschaft, die ihren Betrieb nach knapp 60 Jahren einstellte. An ihre Stelle trat das Berliner Droschkenunternehmen des Dessauer Pferdehändlers Mortier, gefolgt von Pferdeomnibussen.

Mitte der 1880er Jahre gingen in Berlin die ersten beiden Kraftwerke in Betrieb. Mit der Elektrifizierung der Stadt kam die Straßenbahn, die schnell zum beliebtesten Verkehrsmittel der Hauptstadt wurde. Als am 18. Februar 1902, drei Tage nach der Einweihung durch die Ministerfahrt, die erste U-Bahn durch Berlin fuhr, war das Schienennetz ganze 11,2 Kilometer lang und brachte die Fahrgäste vom Stralauer Tor bis zum Potsdamer Platz.

Der auf dem Bild zu sehende U-Bahnhof Stralauer Tor, einer der ersten Bahnhöfe der Berliner U-Bahn, existiert heute nicht mehr. Er lag am nordöstlichen Ende der Oberbaumbrücke, 320 Meter vom heutigen Bahnhof Warschauer Straße (bis 1995 Warschauer Brücke) und 470 Meter vom Bahnhof Schlesisches Tor entfernt. Er wurde zwischen 1898 und 1900 im Auftrag von Siemens und Halske unter der Leitung des Architekten Paul Wittig gebaut. 1924 folgte die Umbenennung in Bahnhof Osthafen. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er durch Luftangriffe der Alliierten auf Berlin vollständig zerstört und wegen seiner Nähe zur Endstation Warschauer Brücke nicht wieder aufgebaut.

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