Berlin - Sie gilt als wichtiges Zeugnis der Berliner Geschichte: eine Latrine aus dem 14. Jahrhundert, die im Jahr 2016 im Vorfeld von Bauarbeiten bei archäologischen Ausgrabungen auf der Fischerinsel in Mitte gefunden wurde. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) teilte am Montag mit, dass die historische Toilettenanlage neben dem dort geplanten Neubau von 210 Wohnungen erhalten bleibe. Während der Bauzeit soll die Latrine an einen sicheren Ort verlagert werden – und später zurückkehren. Zurzeit laufen laut WBM die Vorbereitungen, um die Latrine zu bergen. Am Mittwoch gegen 9.30 Uhr soll sie mit einem Schwerlastkran von ihrem Originalfundort in ein Zwischenlager neben der Baugrube umgesetzt werden. Nach Abschluss der Neubauarbeiten will die WBM den Fund aus dem Mittelalter in einer Grünanlage östlich des Neubaus ausstellen. Dort kann das historische Bauwerk dann – geschützt durch einen Pavillon – besichtigt werden.

Die Latrine mit einer Seitenlänge von 1,80 mal 1,80 Meter wurde aus großformatigen Ziegelsteinen errichtet und hatte eine Tiefe von knapp zwei Metern. Das historische Zeugnis sei von besonderer stadtgeschichtlicher Bedeutung, weil es „eines der ältesten profanen Ziegelbauwerke Berlins“ sei, heißt es in der Mitteilung. Das Bauwerk ist zugleich ein Anzeichen für die damalige wirtschaftliche Konsolidierung Berlins, denn sonst wurde in dieser Zeit noch mit Holz gebaut.

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